Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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iA Nackend. Bloß. Entblößet.

Herr iVieland schreibt:

Nickt phanias, der Günstling des Geschicks,Nein phaniqs, der nackte der VerbannteIst neidenöwerth -^

S. Viel, Musm'jon,Auch die Ausdrücke: nackende Felder, nackendeBerge, ungleichen, die bloßen Felder, wird man öftershören.

Allein auch in solchen uneigentlichen Redensarten,findet sich ein gewißer Unterschied zwischen diesen Wör?kern, welcher mit demjenigen übereinkommt, den sie inihrer eigentlichen Bedeutung haben. Nehmlich man sagt:Zwackende L.eurc, von denenjenigen, welche mit keinenSchutzwaffen bedecket sind, entweder weil man anzeiget,daß der ganze jeib ohne Schußwaffen sey, oderweil manzu verstehen gibt, daß sie niemals dergleichen gehabt ha«ben, und sie daher auch nicht zu gebrauchen wissen. Sowar der größte Theil der Besatzung zu Bethulia, wel?che mehrentheils aus dem verfammleten jandvolke be,stand, die keine Krieger waren, und keine Schußwaffenhatten.

Wenn man einen elend und schlecht bekleideten Men-,scheu nackend nennet, so siehet man darauf, daß seinganzer ieib, elend und schlecht bekleidet ist, denn wofer-ne nur von einem Theile desselben die Rede wäre, sowürde man das Wort bloß gebrauchen, -und z. E. sa-gen: Sein Kleid war noch gut, aber die Strümpfe urchSchuhewaren ganz zerrissen, und er ging mit bloßenFüßen oder die Beine waren bloß.

Wenn man sagt: Die Gegend um diesen Ort, ist sehrunfruchtbar, und voller nackenden Sandberge, so gibtman zu verstehen, dgß wirklich die Berge niemals sindmit Körne bedeckt gewesen, wejl sie zu unfruchtbar sind,als daß etwas darauf wachfett könnte. Hingegen wirdman nach der Erndte sagen; Per Winter nahet heran.