22 Abdanken. Absetzen. Einsetzen. Erlassen.
sagen, daß er abgedankt, eine Abdankungs-Prcdigtge-halten hat. zzo S.
Es würde auch an sich nicht unrecht seyn, zu sagen:Der König von Frankreich hat die alten Parlaments Rä-the abgedankt, und andere an ihre Stelle gesetzet: Oder,wenn ein Landesherr eine Veränderung in der Regierungmachte: Er hat die vorigen Negienmgs Räthe abge-dankt, aber zur Belohnung ihrer bisherigen Dienste, ih-nen ihre Besoldungen gelassen. Man könnte sich zwar,auch eines andern Ausdrucks bedienen, allein das Wortabdanken schicket sich wirklich am besten, indem es sogleich,eine mit Dank verknüpfte Erlassung ihrer Dienste anzei-get, welchen Begriff keines von den andern Wörtern mitsich führet.
Wer abgesetzet, oder eines Amtes entseyet wird,muß gewisse Fehler begangen haben, oder wenigstens sol-cher Vergehungcn beschuldiget werden, welche i^n in denAugen seiner Obern, zu ferneren Diensten untüchtig undunwürdig machen, und die Absetzung ist allemal eineStraft.
Man braucht das Wort abseyen, nicht nur von sol-chen, welche in Ehrenämtern und Würden, sondern auchvon solchen, welche in niedrigen Diensten stehen, wenn esöffentliche Dienste sind. So sagt man: Einen Thor-schrciber, einen Küster abseyen, und dergl. vondenKrie-gesbedienten aber ist es nicht gebräuchlich. Man sagtnicht; Einen Obersten, einen Hauptmann, einen'Unter-officier abseyen/ sondern da überhaupt, bei dem Kriegs-wesen, die ausländischen Wörter sehr gewöhnlich sind, sobedienet man sich entweder des Wortes caßiren: Er istcaßiret worden, oder man sagt: Er hat den Abschied be-kommen. Um dieser Vergehung willen, würd ihm derAbschied gegeben, oder: Er würd seines Dienstes entsetzet»Und wenn man, wegen eines großen Verbrechens, auch
einen