Abschied geben. Verabschieden. Ein Amt niederl. 2z
einen harten Ausdruck gebrauchen will, so sagt man wol:Er ist vom Regiments gejagct.
Da ein iivreebedieuter nicht in öffentlichen Dienstensiehet, so wird auch das Wort abseyen, von einem solchennicht gebraucht. Man sagt: Ihn abdanken, wenn esauf eine solche Weise geschiehet, die für ihn nicht bcleidi»gend, oder seinem guten Namen nachthei!ig ist. Geschie-het es hingegen aus eine für ihn beleidigende Weise, so sagtman: ich habe ihn fortgejaget.
-Dreyen kommt mit absetzen größtentheils übercin,es wird aber gewöhnlicher von den höhern Ehrenstellcn undWürden gebraucht, da man sich hingegen von den niedernBedienungen, mehr des Wortes abseyen bedienet, wie-wol eS auch nicht unrecht seyn möchte, zusagen: DerKü.sier, der Thorschreiber, ist seines Dienstes einsetzetworden.
Ein anderer Unterschied aber, findet sich zwischen die-sen Wörtern, nehmlich abseyen kann schlechthin von denPersonen selbst, enrscyen nur mit Beifügung ihres Am-tes oder Dienstes gebraucht werden. Man sagt: Einabgeseyter Prediger, Burgemeister, Amtmann, unddergl. aber nicht, ein enrftyrer Prediger, u. s. w. DerBeamte, der Burgemeister ist abgesetzet, aber nicht, derBeamte, der Burgsmeister ist entftyel, sondern man wirdfinden, daß gute Schriftsteller bei dem Worte emseyei7,allemal die Benennung des Amtes hinzufügen: Er ist sti-nesAmtes, seines Dienstes entseyet worden. Vermuth-lich rühret solches daher, weil das Wort entseyen, wennes schlechthin gebraucht würde, in manchen Fällen einenandern Verstand geben könnte, indem es auch die Bedeu-tung eines großen Schreckens hat.
Noch ein anderer Unterschied bestehet darin, dass dasWort entseyen auch von solchen Würden gebraucht wer-den kann, welche mit keinem Amte verknüpfet sind. Sosagt man: In dem Urtheil, welches um dieses Ver^ l'
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