Zo Sternseher. Sterndeuter.
schen vorher zu wissen glaubten, so sind daher die Redens«arten gekommen: Ein glückliches oder unglückliches Ge-stirn: Der Glücksstern: Der Unglücl'sstern. Ermuß unter einem sehr glücklichen Gestirn gcbohren seyn,und dergl.
15. Sternscher. Sterndeuter-
H>ie Etymologie dieser Wörter lehret uns schon einen—^ Unterschied zwischen ihnen machen. Srcrnseherzei-get einen solchen an, welcher fleißig nach den Sternen sie-het, und ihren Lauf beobachtet. Sterndeuter führet denBegriff mit sich, daß man aus den Sternen, gewisse Be-deutungen, auf zukünftige Begebenheiten machen wolle.
Ein Sternseher beobachtet den Himmelslauf, er be»stimmet die Abwechselung der Zeiten, die Mondsverande-rungen, die Finsternisse, und dergl. Seine Ausrechnun-gen sind gemeiniglich richtig, und haben bei der Schiffarth,der Erdbeschreibung, und überhaupt, in dem ganzen gemei»nen Leben großen Nutzen.
Der Sterndeuter, will aus dem Stande der Gestir-ne, und ihrer Zusammenkunft, das Glück oder Unglückder Menschen, fruchtbare oder unfruchtbare Jahre, undandere zukünftige Begebenheiten verkündigen. Aber feineSchlüsse sind sehr betrüglich, und seine ganze Wissenschafthat keinen Nutzen.
Die Erkenntniß des Scernsehers, gründet sich aufgewisse Wahrheiten, welche man unwidersprcchlich bewei-sen kann; Der Sterndeuter, nimmt solche Satze an,welche weder in der Natur noch in der Erfahrung gnugsa-men Grund haben. Daher findet man, daß die Stern-deuter, nur bei unwissenden oder abergläubischen Menfchen,in Achtung gestanden, je mehr aber die Zeiten erleuchtetund aufgeklaret worden, desto mehr hat sich die Hochach-tung, welche man gegen diefe Leute hatte, verlohren. DieWissenschaft des Laufs der Gestirne hingegen, hat sich um
so