Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Z2 Lohn. Belohnung. Gcbur.

gung erfüllet hat, littter welcher die Vclohnnng verspro-chen war. Woferne jemand den nordwestlichen Weg »achIndien finden sollte, würde man sagen können: Er hatdie Belohnung der zroanzigtausend Psnnd Sterling ver-dient, in Absicht dessen, daß sie dem Erfinder versprochen

ist-

Eben dieser Unterschied, muß billig, bei den Zeitwör-tern, lohnen und Belehnen beobachtet werden. Da6erste heißt, jemand dasjenige geben, was er verdienet hat,oder den L.ohn auszählen. Das zweite, ihm aus freiemWillen zur Vergeltung seines WohlverhaltcnS, etwasschenke!?. Dieser Unterschied gründet sich zwar bloß aufden Gebrauch, denn her eigentlichen Bedeutung nach, soll-te belohnen soviel heißen als den Ä.ohn ertheilen;Da aber der allgemeine Gebrauch, mit diesem Worte denBegriff eines srciwilligen Geschenks verkuüpset, welchesjemanden, zu Vergeltung seines Wohlverhaltens gegebenwird, ohne daß er ein Recht hatte es zu sodcrn, so kön-nen wir nicht umhin, uns nach demselben zu richten, undkein Schriftsteller ist berechtiget, dieses Wort in seiner ei-gentlichen Bedeutung zu nehmen, weil sie nicht gebräuch-lich ist.

Selbst in solchen Fallen, wo sich das Wort belohnen,einiger Maaßen auf einen wirklichen Verdienst beziehet,z. B. wenn man sagt: Einen Arzt, einen Geistlichen, ei-nen Sachwalter belohnen, ist doch allemal der Neben-begriff dabei, daß man etwas mehr gebe, als der Verdienstbetragt.

Wenn man sagt: Einen Arzt belohnen, so hathieses Wort eine Beziehung darauf, daß er etwas verdie-net hat; Aber es ist Zugleich der Ncbenbegn'ff damit ver-knüpfet, daß man ihn nicht nach einem gewissen vestgcseß-ken Preise bezahlet, sondern ihm für die gehabte Mühe,nachdem man vermögend ist, so viel gibt, daß er zufriedensey» kann, und welches mehr betraget, als erfodern könnte,

wenn