Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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?4 Befehlen. Empfehleil.

wir hören, daß ein Sachwalter sagt: Ich bin von diesemManne gut belohnet worden, so werden wir gewiß nichtverst( hcu,dlcs!".'Mann habe ihm nur seine Gebären rich-tig und in gutem Gelde bezahlet, sondern wir werden so-gleich den Begriff damit verknüpfen, er habe aus Er-kenntlichkeit, für seine gehabte Bemühungen, ihm nochmehr gegeben, a!6 die Ge'oüvcn betragen. Das WortGe'oür, gibt allezeit den Begriff, daß man etwas als eineSchüldigkeit sodern kann.

Weim gleich einer oder der andere Schriftsteller, sichdes Wortes belohnen, in einem bösen Sinn bedienet, soist doch solches allemal auffallend, und die Redensarten:So würd ihm snn? Untreue belohnet. Er ist für seinVerbrechen mit dcmSchwerdte belohnet worden, belei-digen, meinem Erachten nach, wirklich ein hochdeutschesOhr. Man wird allemal besser dafür sagen: So würdihm für seine Untreue gclohnet: Für so viele Verbrechenist ihm mit den: Schwerdte gelohnec worden, weil be-lohnen indem gewöhnlichen Gebrauche, einen guten Sinnhat, und fo etwas anzeiget, was jemanden über sein Ver-dienst, au6 freiem Willen für fein Wohlverhalten gegebenwird. ,

r?. Befehlen. Empfehlen.

/Eigentlich sind diese Wörter gar nicht gleichbedeutend,^ denn befehlen heißt so viel, als das lateinischeberc, Empfehlen hingegen, soviel als coinlnenclsle,unterdessen pflegten doch die Alten, sie in dem letzterenVerstände, als gleichbedeutend zu brauchen. Daher siehetPs. Z7- Befiehl dem Herren deine Wege. Apost. Gesch. 20,Z2. Ich befehle euch Gott, und dem Wort seiner Gna-den, und daher kommen die Redensarten: Seine SeeleGott befehlen. Gorr befohlen, und dergleichen. Indieser Bedeutung wird man das Wort befehlen um derbiblischen Redensarten willen, noch zuweilen in den Schrif.

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