Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Verbergen. Versteckes Verhehlen. Verkriechen. 35

ten der Gottesgelehrten gebraucht finden. Ja in einigenProvinzen, sagt man noch jeßo: Ich befehle mich Ihnen.Ich befehle mich Ihrer Gewogenheit.

Es ist aber besser, beide Wörter auf solche Weise zuunterscheiden, daß man befohlen allezeit in dem Verstan-de als das lateinische ^ubere, empfehlen hingegen, alscomiuencj-ire brauche.

Und dieser Unterschied wird sowol von guten Schrift,siellern, als auch in den meisten Provinzen Deutschlands beobachtet. Man sagt: Ich befehle dir, dieses zu thun.Ich habe meinem Bedienren befohlen, dahin zu gehen.Ich empfehle mich Ihrer Gewogenheit. Ich will michIhrem geneigten Andenken bestens empfehlen. Wir sa-gen auch nicht: Ein Befehlungsschreibcn, sondern ein^mpfehllmgs schreiben. In der Modesprache derHöflichkeit wird empfehlen für Abschiednehmen ge-braucht. Ich will mich Ihnen empfehlen, d.i. Ichwill Abschied nehmen. So sagt Gellert:

Nein, denn sie fangt schon an sich bestens zu em-pfehlen.

-8. Verbergen. Verstecken. Verhehlen.Verkriechen.

M>enn wir auf die Etymologie Acht haben, so werdenwir auf die Spur des eigentliche» Unterschieds zwi»schen diesen Wörtern kommen. Das Stammwort, bcr-gen, heißt so viel, als in Sicherheit bringen. Man sagt:Das Schis litt zwar Schifbruch, aber die Leute undWaa-ren wurden noch geborgen. Dieser Mensch birger sichschon. Er hat schon so viel gesammlet, daß er sich ber-gen kann, das ist, er hat schon so viel, daß er vor allemMangel und Noth gesichert ist. Wenn ich erst dahin kom->me, bin ich schon geborgen, das ist, ich werde da sicherseyn.

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