Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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z8 Wörter. Worte.

Wippet schreibt in seinen Anmerkungen über BödikerSGrundsätze, S- 75.Man macht diesen xluralem sbun.ci-zncem eben nicht zur Sünde. Er scheinet aber so ty-rannisch zu werden, daß erH?orte, fastverdrenget, unt»allein regieren will. Aber der Gebrauch hat wirklicheinen großen Unterschied der Bedeutung, bei dieser doppel-ten mehreren Zahl eingeführet, er lehret sogar diejenigenrecht sprechen, welche nicht einmal darauf Acht haben;Und wer irgend ein deutsches Ohr hat, dem wird es gleichfremde vorkommen, wenn jemand die mehrere Zahl N)ör?rer brauchte, da, wo er y?orce sagen sollte, oder umge^kehrt.

Frisch sagt in seinem Wörterbuch, 2 Th. 458 Seite:N?c»rc hat im plurgli N)örter, wenn die blossenBuchstaben andeutet: Die N>orte aber, sagt man,wenn man auf den Verstand derselben siehet.,. DieserUnterschied ist richtig.

tVörter gehören zur Sprache: N)orte zur Rede,Eine Sprache bestehet aus vielen Wörtern, aber in derRede werden die U)orte ausgesprochen. Wer eine Spra-che lernen will, der muß viel tVörccr in dem Gedächt-niß behalten. Manchem Menschen, muß man viel guteN>orre geben, ehe man etwas von ihm erlangen kann»Die lVorre geben einen verständlichen Sinn, die Wör-ter find nur blosse Bilder einzelner Sachen.

Hieraus siehet ein jedergleich, daß imDeutschenzwl-schenN?örrcr und lVorte, eben der Unterschied sey,welcher sich im Französischen, zwischen ciez mok und ciesxaroie; befindet.

Alle unsere Sprachlehrer, sagen deswegen recht:Hauptwörter, Zeitwörter, lTlebenrvörter, nichtHauptrvortc, Zeitworte, LTlebenrvorre; Man sagtnicht ein N)orrebuch, sondern ein iLVörrerbuch; Dennmau braucht die mehrere Zahl U?örter von der Sprache.Man wird niemals hören, daß ein Prediger sagen wird:

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