Wörter, Worte,
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Die tVörter unseres TextS, enthalten folgende Wahrhei-ten, sondern er sagt: Die N?orre unseres Texte, dieTerrworre, weil er auf den Verstand derselben siehet.So ist es recht: Sprüchw. itz, 8. Die N?orre des Ver-laumders sind Schlage, und gehen einem durchs Herz.Amgleichen Ioh. 6, 6z. Die N?orre die ich rede, sindGeist und sind Leben; weil man von einer Rede, dje meh-rere Zahl lVorte braucht.
Anmerkung. Es ist wohl der Mühe werth, zu untersuchen,woher dieser doppelte Plural, welchen einigeWörter imHochbeur«scheu haben, seinen Ursprung genommen. Zn den ältesten Urkun-den unserer Sprache, erinnere ich mich nicht, den Plural in er ge»funden zu haben; Im Gegentheil, man findet beim Ottfried,ZDillecam u. s, w. Lkinclo, uuorre, ni-znnc, xilscii, fürKinter,Wörter, Männer, Biidcr, und vergl.
Herr Aichinger scheinet den Plural in er, für eben so alt altden anderen zu halten, er schreibt in s.'inen UnvorgreiflickenVorschlagen, die teutsche Äibel nach der Ueberseyung de»seel.Luthers betr. in der Vorrede, a. d. 8 S- „Ich halte die,,Seltenhcit des er, für einen Fehler der vorigen Zelten. Die Al-„ten kamen mit sich selbst nicht überein. In den Schriften deS izten„Jahrhunderts, findet man schon, Dörfer, Chinder, Gelter,„Thäler und bergl. Im 14 8ec. schrieb man fast beständig Güe-„ter, und doch findet man noch U?älve. JnI.H.Lalkenfleina„Alterthumern auf dem Nordgan, - Th. 2.79 S. ist eines im„9 Lee. geschriebenen CodieiS gedacht, in welchem die Phylakteria,„Plechir, (von Plech ) genannt werden: Da hingegen im Reli-„gious Frieden i;;;, noch Gchlost, für Schlösier stehet. Woher„kam nun wohl die Endung der mehreren Zahl ohne er< Ich will„es sagen. In der nachlaßigeu Sprache, der Oberdeutschen Lan -„der, hat das bloße e, am Ende etlicher Wörter, das en etlicher„Wörter, und das er, ganz einerlei Klang. Man spricht z. D.,,pfanna, Saama, fang«, singa,Lelda, Schusta,sürPsayne,„Saame , saugen, fingen, Felder, Schuster. Weil nun die„ten wüsten, daß diese Endung bisweilen ein bloßes e bedeutet, ss„setzten sie aus Unachtsamkeit, oft ein e, wo die sftatur der Hpra-„che, das er erfodert hätte. „
Herr Adelung hält dafür, „daß der Plural in er, ans den„nordlichen Gegenden herstamme, indem er die gewöhnliche En-^dung des Plurals im Dänischen und Schwedischen ist, auch unter
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