Wörter. Worte,
„den Deutschen Mundarten, in der Sächsischen und ihren Töchtern,„am häufigsten, und aus derselben i» die Hochdeutsche gekommen„ist.,, rvorcerk.iTh. 1706S.
Es ist wo! l glaublich, das; der Plural in er, aus einer besonderenMuncarr herrühre; Aber darin kann ich der Meinung dcs-Hrn»Adelung nicht beitretcn, daß er ;unächsi aus den nördlichenGegenden kersiamme, und in der Sächsischen Mundartund ihren Täctitern am Haufigsien sey. Denn es findet sich nichtnur dieser Plura', in der ganze» Englischen Sprache, welche doch eineTochter der sachsischen Mundart ist, und in der hollandischen garnicht, sondern ich habe ihn auch, so weit ich bei meinem geringenBüchervorrathe die Oberdeutschen und Niederdeutschen Schriftstel-ler vergleichen können, eher bci,jenen als b>>i diesen gcfundm.
Ich habe zwei alte niederdeutsche Pastionale, oder Level»VerHillighen vor mir, deren das eine »4^7, und das andere^-?gedruckt ist, in beiden aber komr der Plural in er niemals vor;Ich finde allezeit, Manne, rvjwc. Gcesie, für Männer, Wei-ber, Ge ster, und bei denenjenigen Wortern, die schon im Singu-lar ein r haben, welches im Plural nicht kann weggeworfen wer-den, wird t>och allemal ein e hinten angehenget, als Zvenere,Vrödere, für Diener, Brüder. In der Sassen Rroneke von1492!, stehet ebenfalls der Plural Xvorme, für Würmer. Infalschen fanden kemen rvsrme de vargheheren s/e sta-pele ro Loolin Locusie.
In einer alten Pommerschcn Bibel, gedruckt zu Barth 1588,habe ich den Plural in er zuweilen gesunden, z. B. Eoder, B6-ker, für Götter, Bücher, wofür die Paßionale noch allemal G6-de, 2)oke haben. Vermuthlich rühret solches daher, weil derNiederdeutsche Ueberschcr, die Hochdeutsche ttebcrsehung T?. Lu-thers zum Grunde geleget, und aus derselben, den Plural in erangenommen hat, wiewol er es nur selten gethan, und diesen Plu-ral, auch oft, mehr nach seiner Mundart bequemet, und durch einanqehengtes e, weicher gemachthat, z, B. Aeckerc, Rindere,sonst sch,t er gewöhnlich rvirve, Gckwerde, ÜVorme, Lyrve,Geesie, für Weiber, Schwerster, Würmer, Leiber, Geister, unddergl.
Hingegen in den Oberdeutschen Bibeln, wird er schon eher ge-funden. Ich habe zwei alteAusgaben nachschlagen können, dereneine zu Jürig 15Z6, und die andere zu Nürnberg 158Z gedrucktist, in beiden wird dieser Plural häufig gebraucht. Im Thcuer-dauk, kommt er ebenfalls schon vor.
Mei.