Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Bekenntniß. Beichte. 4z

welche nicht nach dem jetzigen Geschmack sind, sind alrvä-terlsch. Von einem Menschen, welcher noch immer beider Lebensart, und den Gewohnheiten seiner Vorfahrenbleibt, sagt man: Er hat altvaterische Sitten.

Die Svitzsaulen in Aegypten , Bildsäulen, Münzen,Ringe, und dergleichen, von der Griechen oder RömerZeiten, sind Alterthümer. So sagt man auch: DasAlterthum eines Geschlechts, einer Stadt: Das heid-nische, das christliche Alterthum: Der gute Geschmackdes Alterthums: Es schmecket nach dem Alterthum,und dergl.

Einige Leute verwahren sorgfaltig, die alten Bilderihrer Ureltern und Vorfahren, (hier sagt man alten Bil-der, in Absicht auf die Zeit, weil diese Bilder schon vorvielen Iahren gemahlet sind) verschiedene dieser Bildersind so veraltet, daß sie nicht mehr zur Zierde dienen kön-nen. (Veraltet beziehet sich hier auf den Gebrauch, wo-zu sie nicht mehr nutzen.) Auf diesen Bildern siehet man,die damalige Kleidungsart, selbige kommt uns aber jetzosehr alrvärerisch vor. (Altvaterisch siehet hier auf denGeschmack, weil die damalige Kleidung gar nicht nach un-serem jetzigen Geschmack ist.) Einige dieser Bilder, sindso schön gemahlet, daß sie verdienen als Alterthümeraufbehalten zu werden, weil sie von derGeschicklichkeit derdamaligen Künstler zeugen können. (Hier fagt man Al-terthümer, in Absicht, daß es Dinge sind, welche ausden alten Zeiten herrühren.)

sl. Bekenntniß. Beichte.

L^n dem eigentlichen Sinn, welchen diese Wörter haben,wird Bekenntniß von allen Fehlern überhaupt,

Beichte nur von den Sünden gebraucht.

Man bekennet, was man Unrecht gethan hat, oder

was man hat verborgen halten wollen, oder eine Sache,

worüber man befraget wird. Ein Missethäter bekennet

in