Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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44 Bekenntniß. Beichte.

in der peinlichen Frage, sein Verbrechen und'seine Mit-genossen. Man beichtet seine Sünden vor Gott , undauch vor dem Seelsorger.

Das Wort Bekenntniß ist allgemein, und wird da-her sowohl von einer Bekenntniß der Sünden vor Gott ,als von einer Bekenntniß seiner begangenen Fehler, vorden Menschen gebraucht. Das Wort Beichte ist einge«schranktet, man braucht c6 allein vonderBekennlnißdcrSünden nn'o sonderlich von derjenigen Bekenntniß derSünden, welche man vor dem Gebrauch deö heil. Abend-mahls ableget. Daher sagt man in einigen Gemeinen:Zur Beichte gehen, Beichte hören, Beichte sirzcn.Man nennet Beichtvater, den Prediger, bei welchemman zur Beichte gehet, oder von welchem man gewöhn«lich das heilige Abendmahl zu empfangen pfleget, unddcrgl. Daher kommt auch das Wort Ghrenbeichre,und weil diese heimlich geschiehet, so sagt man bisweilenvon einem Menschen, der uns heimlich etwas bekannt hat:Er har es mir gebeichtet. Imgleichen, weil die Priesterbei der ^hrenbeichre, gemeinialich ihre Beichtkindergenau auszufragen pflegen, so sagt man von einem Men-schen, der bei einer scharfen Befragung, etwas zu beken-nen anfangt: Er fangt an zu beichten. Bei den Alten,würd das Wort Beichte, auch von der Bekenntniß desGlaubens, unter Verfolgungen und Martern gebraucht.Beichtiger hieß ein Märtyrer, der um der Bekenntnißdes Glaubens willen gemartert würd, wie aus^VachtersGlossar, und Frischeis N)«5rrerbuche zu ersehen ist.Und ich finde ein Beispiel davon in einem Niederdeutschenpaßional 17 Bl. Gunre Peter, was eyn Bichriger,rvente he bekande den chnftenen L.orven, in stnerMartere. Wiewol es scheinet, daß man zuweilen nocheinen Unterschied, zwischen Beichtiger und Märtyrergemacht habe, und durch den ersten, einen solchen ver-standen, welcher zwar Verfolgung und Marter, aber