Finster. Dunkel. Duster oder Düster. 47
Das Wort Dust, wird an einigen Orten Daustausgesprochen, und Hr. Heynay führt es an, in seinenBriefen die Deutsche Sprache betreffend: „Daust,,sagt er, findet man wirklich noch in einigen Landschaf,„ten, wo man das feinste Mehl, das bei der geringsten„Bewegung der Luft davon stiebet, so nennet 4 Th. zi„Br. 246 S.,,
Hr. Adelung halt die beiden Wörter, dunkel unddüfter für einerlei, und meinet, „daß düster, nieder-sächsisch und niedrig sey, auch in der edlen anstandigen„Sprechart, eine schlechte Figur machen.,, In der Vor-rede zum 2. Th. seines Wörterbuchs sagt er: „Was be-sonders das den gemeinen, besonders aber der nieder«„sächsischen Mundart eigene düster betrifft, so kann man„es Hrn. Srofch, als einen Märker, wo das Hoch»,.deutsche, schon sehr mit dem Niederdeutschen vermischt„ist, und wo man folglich auch mehr an das Wort du-„ster gewöhnt ist, nicht verdenken, wenn ihm der un-angenehme Eindruck unfühlbar ist, welchen dieses„Wort, einem mehr Hochdeutschen Ohre macht, und„welcher durch das Beispiel großer Dichter nicht aufge-hoben wird..,
Ich will mich nicht darauf einlassen, die Frage zuuntersuchen, ob ein markisches Ohr, gegen das unange-nehme im Hochdeutschen, nicht eben so fühlbar sey, undes eben so gut beurtheilen könne als ein sächsisches oderthüringisches» Hr. Heynarz hat schon gezeiget, daß dieMärker ihre provinzial Fehler, nicht so häufig gedrucktin die Welt schicken als die Sachsen. Briefe die Deut-sche Sprache betreffend 28 ff. S. Es ist genug, wennich mich auf das Ohr guter Hochdeutschen Schriftsteller,und so gar der Oberdeutschen berufe, bei welcher da6Wort düster, keinen unangenehmen Eindruck gemachthat, und welche es so gar für edler zu halten scheinen,weil sie eö in den erhabensten Stellen gebrauchen, da sie
doch