Gehen. Wandeln. Wandern. Wallen. 55
27. Gehen. Wandeln. Wandern,wallen.
H Überhaupt zeigen diese Wörter eine Bewegung mit^ den Füssen an, wodurch der Leib von einem Ortezum andern gebracht wird. D^S ist der allgemeine Vc-grif, wenn sie mit einander überein kommen. Jedes aberhat noch einen besondern Begrif, wodurch es sich vonden andern unterscheidet.
Gehen wird von Menschen und Thieren: 5Van-deln nur allein von den Menschen; tVandern vonReisenden, und lVallen nur von einer gan^n MengeMenschen gebraucht.
Man sagt, der Mensch Jeher, und auch das Thiergehet. Einen guten Schritt gehen, geschwinde gehen,langsam gehen, u. s. s.
Uneigentlich saget man auch, der Wind gehet, dieRede geher, das Geld gehet fort, und dergleichen.Aber wir betrachten hier, dieses Wort nur in seiner ei-gentlichen Bedeutung.
wandeln bestimmet den Gang eines Menschen, undzwar einen solchen Gang, der mit keiner Beschwerlich,keit verknüpfet ist, sondern mit Lust geschiehet. Mansagt nicht von den Thieren: Sie wandeln, und auch ,nicht von einem Menschen, der unter einer schweren Lastgebückt gehet; Er wandelt. Man wandelt zur Lust,um frische Luft zu schöpfen, um sich eine Bewegung zu 'machen, und dergleichen.
Uneigentlich nennet man auch tVandel, dieAuffüh-rung und Lebensart eines Menschen. Er führet einenguten tVandel. Unsträflich wandeln.
tVandern wird jetzt im Hochdeutschen von denenje-tilgen gebraucht, welche zu Fusse reisen, daherkommendie Wörter: Ein U?anderer. lVandersmann.N)andergerarhe. lVanderstab, u. f. Sonderlichsagt man von den Handwerksburfchen: Sie wandern,
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