Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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z6 Gehen. Wandeln. Wandern. Wallen.

wenn sie zu besserer Erlernung ihres Handwerks, frem-de Oerter besuchen, wo dasselbe getrieben wird, weil siesolche Reisen, gemeiniglich zu Fuße thun.

Die Alten brauchten dieses Wort überhaupt für rei-sen in fremde Länder. So finde ich in dem Niederdeut-schen paßional oder Leven der hillighen. 184 Bl.Dovan stunc, he sicd gas) mir vlyre darheil rowand er nde mir scheuen over water, unde hequam in Vreßland. Ebendaf. do rvanderde hevan der over cyn IVater.

Man sagt auch uneigentlich: Aus dem leben wan-dern.

lVallen scheinet von Wellen herzukommen, dennes drücket eigemlich dje Bewegung aus, welche die Wel-len auf dem Wasser machen, wenn sie eine der andernfolgen. Daher sagt man: Das Mcer rvallet. Ps.46,4. Wenn gleich das Meer wütete und wallcte, undvon seinem Ungestüm die Berge einfielen. Imgleichen,weil das Korn auf dem Felde, wenn es vom Winde be-wegt wird, gleichsam Wellen schlägt, so sagt man auch,das Korn rvallet. Das wallende Korn.

Die Bewegung einer Menge Volks, welches in di-cken Haufen, und mit langsamen Schritten nach einemOrt hingehet, hat ebenfalls etwas ähnliches, mit der Be-wegung der Wellen, und man hat daher diefes Wort,von einer Menge Menschen gebraucht, welche sich indicken Haufen drengen, nach einem Ort hinzugehen. Sokann man sagen.-' Es rvallere eine Menge Volks, umden Triumphbogen des Königes her. Gemeiniglich aberbedienet man sich dieses Worts, von denenjenigen, wel-che in grosser Menge an gewissen Orten den Gottesdienstbesuchen. In diesem Sinn stehet es Ps. 42,5. Ichwollte gerne hingehen mit dem Haufen, und mit ihnenwallen, zum Hause Gottes. Daher kommt das Wort:Waller für Pilgrim. Wallkirche, ist eine solche

Kirche,