66 Exempel. Beispiel. Musier. Vorbild. Model.
macht, und oft mit kleinen Heeren geübter Völker, diegrösseren Siegs erhalten, so erkannte er die Möglichkeitdavon, daß er auf gleiche Weise berühmt werden könne,und bemühete sich, es ihm nach-uthun. Er sehte sich denAlexander zum Muster vor, das ist, er richtete seineHandlungen, auf eben die Art und Weise ein, wie Alexan-der gethan hatte. Er stellte sich den Alexander zum Vor-bild, ix'ö ist, er wollte ihm gleich werden.
Das Exempel oder Veijpiel, zeiget nur die Mög-lichkeit einer Sache, und macht uns dieselbe deutlich.Wenn ich jemanden sage, ^n.,c!-^vl>8 sey eine rhetorischeFigur, welche den folgenden Sah, mit eben dem Ausdruckeanhebt, mit welchem sich der vorhergehende endigte, so istihm dieses noch einigermassen dunkel. Ich gebe ihm alsoein Exempel odcr Dcispicl, in dem bekannten Spruche,Rom.;, z. Trübsal bringet Geduld, Geduld bringst Er-fahrung, Erfahrung bringet Hofnung, Hofnung läßt nichtzu Schanden werden. Dadurch wird ihm nicht nur das-jenige, was ich gesagt habe, deutlich gemacht, sondern erlernet auch aus der Erfahrung, daß es möglich sey, denfolgenden Sah, mit dem Ausdrucke anzufangen, mit wel-chem sich der vorhergehende gecndiget hat, und er solchesnachahmen könne.
Das Muster, zeiget, wie eine Sache nachgemachtwerden muß, nach ihrer Lange, Breite, Verzierungen,U. s. w. Der König läßt eine kostbare Tapete verfertigen,und hat selbst t^aS Muster dazu gegeben.
Das Vorbild stellet uns entweder die Sache selber,oder ein Bild davon im Kleineren, vor. Gott zeigte demMose, einvorbiid der Hütte.
Unser Frauenzimmer hat Muster, zu Kopfzeugen,zu Halstüchern, zu Kannten, u. s. w. Es find auf Papier gezeichnete Blumen, welche sie unter ihre Arbeit legen,und sich bei dem Ausnahen darnach richten, um fowol denrechten Schnitt, nach der Länge und Breite, als auch die
Ver.