Umsonst. Uimützlich. Vergeblich. 67
Verzierungen zu treffen. Haben sie aber ein ander Kops-zeug, Halstuch, oder Kannten vor Augen, wornach siesehen, um eben dergleichen zu verfertigen, so würde mansagen müssen, sie richten sich nach diesem Vorbilde. Al-lein in dem gemeinen jeden, wird das Wort Vorbild,wenig mehr gebraucht, man hat dafür, das französischeWort Model eingeführet, und das erste, ist von diesemfast verdränget worden. Es hat nur sein Recht, noch insittlichen Nachahmungen, und bei Rednern und Dichternbehalten.
Man nennet daher jeßo auch Modelle, diejenigenkleinen Vorstellungen, cin^ ('cbaudes, oder einer Bild-saule, und dergleichen, welche sich der Künstler vor Augenstellet, wem, er eben solche im Grösseren verfertigen will.Es will z. E. jemand ein HauS nach chinesischer Bauartaufführen lüssen, weil aber der Zimmcrmann diese Bauartnicht verstehe, so laßt er, durch einen andern Künstler,ein solches Haus, nach allen seinen Theilen im Kleinenverfertigen, und giebt es dem Zimmcrmanne zum Model.Auf gut deutfch würde man eigentlich jagen müssen zumVorbilde.
34. Umsonst. UnnützlLch. Vergeblich.
AAan arbeitet umsonst, wenn man von seiner Arbeitkeinen Nutzen hat, oder keinen Lohn dafür bekommt.Man arbeitet unnüylict), wenn die Arbeit zu nichts die-net, und niemand nutzen kann. Man hat vergeblichgearbeitet, wenn man seinen Zweck nicht erreicht, unddurch die Arbeit nichts ausrichtet.
Der Gelehrte schreibet umsonst, wenn er weder fürseine Arbeit bezahlet wird, noch sich dadurch einigen Bei-fall erwirbt. Unnttylich, wenn seine Arbeit niemanddienen, und keinen Nutzen schaffen kann. Vergeblich,wenn er dadurch den Zweck nicht erreicht, den er sich vor.
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