Dornen. Dörner.
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Das schmutzige binnen wird durch Waschen, Ein Glasdurch Ausspühlcn gerc-niger. Das Metall wird durchdas Feuer ge'äurcrt. Allerlei Hausrath, wird durck)Scheuern und vielcsAbreiben gesäubert. Da die Weg.nehmung der gröberen Uneinigkeiten, einer Sache gemei-niglich wieder ein gutes Anscheu gibt, so braucht man dasAdjectivum sauber, auch bisweilen von solchen Dinqcn,welche ein schönes Ansehen haben. So sagt man: Einesaubere Arbeit: Eine saubere Dose. Aber das Ver-bum saubern, wird nicht in der Bcdentung genommen.Wenn man sagt: Die Dose ist gesäubert, so wird einjeder verstehen, daß sie vorher schmuhig und voll Unrei»nigkeit gewesen, wovon sie nun durch Schcurcn oder Ab-fraßen derselben gereiniget worden.
In der Bibel kommt das Wert sauber nur ein Malvor, lind hat daselbst eine Beziehung ans ein Waschen,und Wegnehmen grober Uneinigkeiten. Man hat dichnicht mit Wasser gebadet, daß du sauber würdest. He-sek. 16. v. 4.
37. Dornen. Dörner.
AHei dem zwiefachen Plural N)örter undN)orte, habeich schon von dem Ursprünge desselben gehandelt, unddabei bemerket, daß, Nachdem er in das Hochdeutsche auf-genommen worden, man ihm auch, wenigstens in einigenWörtern, eine verschiedene Bedeutung beigeleget hat, sodaß zwischen vpörter und lVorte, Gesichter und Gessichre, Vander,Vande und Dande, von allen Schrift-stellern ein Unterschied gemacht wird.
Nun würde die Frage seyn, ob denn bei allen Wör-tern, welche einen doppelten Plural im Hochdeutschen ha-ben, derselbe auch in verschiedener Bedeutung gebrauchtwerden müsse. Ich gestehe, daß viele Schriftsteller, beiden meisten keinen Unterschied machen, sondern bisweilenden einen für den anderen zu setzen pflegen. Allein je mehr
E 4 man
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