Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Schilde. Schilder.

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werden, dieses Wort ohne alle Ausnahme die Dornen hat,obgleich bei den Schlcsischen Dichtern, sich häufig dcr Plu.ral Dörner findet. In so weit kommt er also mitGott.scheden überein. In Ansehung der Spitzen und Slachelnhingegen zeiget er aus verschiedenen Schriftstellern, daßbeides Dörner und Dornen üblich sey.

Unterdessen würde doch derjenige, welcher Gottsche«den folgen, und Dörner nur von den Stacheln: Vonden Strauchern und ganzen Zweigen hingegen Dornengebrauchen wollte, sich nicht nur niemals unrecht, sondernauch allezeit mit mehrerer Deutlichkeit ausdrucken. Undda man in verschiedenen anderen Wörtern, den doppeltenPlural wirklich unterscheidet, und jeden in einer anderenBedeutung nimmt, so könnte man ganz wohl auch diesenUnterschied gelten lassen.

z8- Schilde. Schilder.

uch diese beiden mehreren Zahlen, unterscheidet Gott-sched , in seiner Sprachkunst am angeführten Orte.Schilde, sagt er, bedeutet die kriegerischen Schilde derHelden. Schilder hingegen, die silbernen Zierratheeines Hochzeitbitters, oder die gemahlten Zeichen der Künst-ler und Handwerker. (Siehe Gottsch. Spracht. S. 242.)Dieser Unterschied ist ganz richtig, und wird so gar im ge-meinen Reden mehrentheils in Acht genommen. Mansagt: DieAltenbedecktensichmitihrenSchilden. Wennsie Sturm liefen, hielten sie, die Schilde über den Kopf,>im vor den Pfeilen sicher zu seyn, welche von derMauerherabgeschossen wurden, u. s. w. So wird es auch in derBibel gebraucht: Sisack nahm die goldenen Schilde,die Salomo machen ließ, an welcher statt, ließ der Kö-nig Rehabeam eherne Schilde machen. » Chron. 12, 9.Air glänzet daher mit Schilden. Ies. ,2. v.6. u.a.m.In diesem Verstände ist das Wort Schild männlichesGeschlechts, und hat in der einfachen Zahl der Schild.

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