Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Dreistigkeit. Kühnheit. Herzhaftigkeit. :c. 85

gebraucht werden, so setzet man gemeiniglich ein Bei-wort hinzu, welches dieselben näher bestimmet. Toll-kühn. Dmnmkühn. Tollkühnhcir.

Es war eine kühne That des Milo, daß er denClodius ermordete. Es war zwar viel Gefahr dabei, abernachdem, was zwischen ihnen vorgefallen war, sahe erein, daß es besser sey, ihm ganzlich das ieben zu neh.men, als ihn verwundet liegen zu lassen.

Cicero vertheidigte den Milo nicht mit gnugsamerHerzhafrigkeir. Die Gegenwart des Pompcjus, unddie Soldaten, die um ih» her stunden, verursachten ihmsolche Furcht, daß er den Mund kaum austhun konnte.Man sagt: Den Feind herzhaft angreifen. Eine Sa-che herzhaft unternehmen, wenn man e6 ohne Furcht,und mit einer gewissen Freudigkeit thut.

Verwegen, wird allemal in einem bösen Sinn ge<braucht, es drücket eine unüberlegte Nühnhcic aus, wo-durch man sich ohne Noch in Gefahr begiebt. So würdeman, z. E. eine kühne Antwort, diejenige nennenmüssen, da man sich in solchen Umstanden befindet, woeine jegliche Antwort gefährlich seyn könnte, und mannoch am besten thut, die Gefahr nicht zu scheuen, son-dern frei heraus zu antworten. iAne verwegene Ant-wort, würde eine solche seyn, durch welche man sich oh-ne Noth den Unwillen des Fragenden zuzieh-t, und sichin Gefahr sehet, betrübte, oder zum wenigsten verdrieß-liche Wirkungen davon zu empfinden.

Die Antwort des Poruö, er wolle als eintöniggehalten seyn, war eine dreiste Antwort, in Ansehungdessen, weil es allemal schwer ist, ausdergleichen Fragen,eines erzürnten UeberwinderS gut zu antworten, PoruSaber, es mit getrostem Muthe, und im Vertrauen, aufseine gute Sache that. Allein man konnte auch sagen:Es war eine kühne Antwort, in Ansehung dessen, daßGefahr dabei war, den Alexander noch mehr zu erzür-

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