Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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iO2 Sterben. Umkommen. Entschlafen. Im Treffen

Entschlafen, sagt man nur von denen, welche aufdem Bette eines sanften Todes sterben, weil ein solcher Todetwas ähnliches mit dem Schlafe hat, daher auch die Hei-den schon ges'gt haben:

Lnmnus ekl czugll mortiz ima^o.

Und die Religion lehret uns den Tod, als einen Schlafbetrachten, von welchem wir zu einem unendlich glücksee-ligeu Leben erwachen werden. Man sagt: Er ist in demHErrn entschlafen, i Thess, 4,14. Gott wird, die daentschlafen sind durch Christum / mit ihm führen.

Lallen wird jetzt eigentlich nur von solchen gebraucht,welche in einer Feldschlacht oder in einem Treffen umkom»men. Man sagt: In diesem Treffen, sind bei zweitau-sendMann gefallen: Er fiel in dem Treffen neben mir:Bei dem Angriff der Batterie, fielen zwar einige vonunseren Leuten, aber sie würd doch bald erobert, und dergl.In der Bibel, stehet es auch von denen, welche wegen ih-rer Versündigung mit dem goldenen Kalbe erschlagenwurden. 2 B. Mos. Z2. v. 28. Und fielen vom Volke drei-tausend Mann. Imgleichen von einem plötzlichen Tode.Cap. 19. v. 21. Daß nicht viel aus ihnen fallen. In sol-cher Bedeutung aber ist es nicht mehr gebräuchlich.

Das Wort bleiben hat seinen Ursprung von dem al-ten Worte leiben, welches für leben gebrauchlich war,und der vorgesetzten Syllbe bc, welche hier so viel als aboder ocr bedeutet, so daß es eigentlich soviel hciffen würdeals ableben, verleben, aushören zu leben. Daß die-ses die wahre Etymologie des Wortes sey, erhellet daraus,weil es in den alteren Zeiten überhaupt für sterben ge-braucht würd. Beim Ottfried heißt es: I^xaruü bi-.libiiuk«. LazaruS ist geblieben, das ist, gestorben. Undbeim Schiller 8^-1 ein meiner dübet, wenn einMeierstirbt. S.Ac>cl.N?örterb. So sagt auch Gellere noch:An einer hitzigen Krankheit bleiben.

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