Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Thu,,. Machen.

chen, nur von solchen Dingen, welche hervorgebracht,oder verfertiget werden.

Wenn wir denken ^ lesen, gehen, schreiben, arbeiten,u. s. w. so thun wir etwas. Aber der Tischer machteinen Schrank, der Schneider macht ein Kleid, derGoldschmidt macht einen Ring, weil sie diese Dingeverfertigen, und gleichsam hervorbringen.

Thun, beziehet sich auf die Beschäftigung des Men-schen selbst. Aachen , auf die Sache, welche er durchseine Arbeit hervorbringen will. Man kann daher ganzunbestimmt sagen: Der Mensch thut etwas. Indemder Goldschmidt, der Schneider, der Tischer arbeitet, sothut er etwas, weil er beschäftiget ist; Aber indem wirnur sagen: Er thut etwas, so wissen wir noch nicht,was eigentlich der Vorwurf seiner Beschäftigung ist, undwas er verfertigen will. Machen hingegen, muß alle-zeit mit dem Vorwurf der Beschäftigung verknüpft wer-den , man muß fagen, was gemachec wird. Der Gla-ser machet ein Fenster. Der Töpfer machet einenTopf, u. s. w. Man sagt auch: Jemand zu erwas ma-ch?,,. Einen zum Feldherrn, zum Doclor, zum Hof-rath, zum Narren machen. Imgleichen: Minen ma-chen Er machte mir eine freundliche, eine drohendeMme.

Auch dieses ist hierbei zu bemerken, daß das WortMachen, nur von kleineren, oder geringen Sachen ge-br 'iicht wird. Man kann sagen: Wer hat diesen Schrank,diese Uhr, diesen Tisch gemacht? u. s. w. Nicht aber,wer hat dieses Haus, diesen Garten gemacht? InAnsehung der grösseren, gebraucht man solche Wörter,welche du' eigentliche Arbeit näher bestimmen. Wer hatdieses Hausgebanet, diesen Gatten angelegt?

Von einigen Dingen braucht man beides, sowoldaSWort Machen, als auch ein anderes, welches die Ar-beit näher bestimmt. Z. E. Von einem Buche, kano.

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