Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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!9o Gleich. Aehnll'ch.

munA und Gleichheit, in ihren Gesichtszügen am DerSohn ist dem Vater gleich, das heißt, er ist eben sobeschaffen, oder, er ist eben so viel als der Vater. Z.E.Wenn der Vater ein Geheimerrath wäre, und der Sohnwäre es auch geworben, so würde man sagen können: Nunist der Sohn dem Vater gleich. Oder, wenn der Va-ter geizig wäre, und der Sohn wäre eben so geizig, sawürde man sagen können: Der Sohn ist dem Vatergleich. Man sagt daher nicht: Es ist der Wahrheitgleich. Denn das würde heißen: Es ist eben so viel,als die Wahrheit; Sondern: Es ist der Wahrheit ähn-lich, das ist, es kommt einiger Massen mit der Wahrheitüberein.

5) Bisweilen aber drücket das Work Gleich, auchnur eine gewisse Uebereinstimmung der Dinge aus, wel-che sie mit einander haben, es sey in ihrer Gestalt, oderBcschaffmhcit, und nur in diesem letzten Verstände, istes mit dem Worte ahnlich gleichbedeutend. DochDrücket das erste mehr aus, als das letzte.

Aehnlich ist dasjenige, was nur in einigen: Gleich,was in den meisten Stücken, mit einem andern Dingeübereinkommt. Aehnlich, gehet nur auf einige Züge:Gleich, aus die ganze Beschaffenheit einer S^che. Z. E>Wenn man sagt: Der Sohn siehet seinen Vater ahn-lich, so zeiget man nur an, daß eine Uebereinstimmungsey, zwischen den Gesichtszügen, des Vaters und desSohnes. Hergegcn: Der Sohn siehet dem Vatergleich, welche Redensart auch B. Tob. 7,2. vorkommt:Wie gleich siehet der Innggeselle unserm Vetter? drü-cket schon eine grössere Uebereinstimmung aus, es willso viel sagen: Ihre Gesichtszüge kommen sehr Miteinan-der überein, man kann sie beinahe nicht unterscheiden^Sie sehen sich beide so gleich, wie ein Ei, dem andern,oder wie ein Tropfen Wasser, dem andern, heißt nicht:Einer ist so viel, oder so gut, als der andere; Sondern: