Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Gleich. Aehnlich.

Einer ist dem andern so ähnlich, daß man sie kaum un-terscheiden kann, eben wie sich ein Ei, von dem andern,oder ein Tropfen Wasser, von dem andern, schwer un>terscheiden läßt. Dieser Unterschied kann auch durch dieEtymologie bestätiget werdein

frisch bemerket schon aus des Tschudi (^iion. ttel-vet. d. ß das Wort ähnlich, von den Alten zuweilen an--gellch sey geschrieben worden. Der alre Briefist demalren der Sudstanz nach angelich für ähnlich.

Hr.AdelunI sagt dabei:Inder Niedersachsischen,,Mundart, wird a» häusig mit Beiwortern verbunden,wenn nur etwas weniges von den angezeigten Eigen«schaften angedeutet werden soll, in welchem Falle dieHochdeutschen, ihr l-ch anzuhängen pflegen. Z. B.^angelb, gelblich, anroth, röthlich. ansuß, süßlich,anharr, härclich, anrveich, weichlich, u. s. f. An-gleich oder ähnlich würde dem zu Felge, ein weniggleich bedeuten, und dessen heutigen Gebrauch vortrefflichausdrücken. An wird in dieser Zusammensetzung zu-gleich lang ausgesprochen, und kann das seit langerZeit hergebrachte h, in ahnlich einiger Maaßen ent-schuldigen.

Diese Etymologie ist sehr wahrscheinlich, und nachderselben würde ahnlich, wie ich bemerket habe, nichtso viel sagen als gleich, sondern nur ein wenig gleichheißen, wie angelb, ein wenig gelb, ansüß, ein wenigsüß bedeutet.

AnMerk. Hieraus ließe sich auch die Frage entscheiden, obes besser fty das Wort Sxnonima, im Deutsche», durch gleich-dtveurenve, öder durch Äehrilichbeveutend« XVorrer zu ge-be», nehmlich es kann beides Rcchr seyn; Ab't die Benennunggleichbeveutenve Wörter, führet etwas dunkeles und zweideu-tiges mit sich.

Wenn man sagt- dieses Wort ist mit dem anderen gleichbe«Vemend, so kan» solches zweierlei Begriffe geben. Mm> kanndadurch verstehen, daß das eine Wort, völlig ebendasselbe aue-drucke