Zureden. Bereden. Einreden. Ueberrcden. 19z
be ihm dieses eingeredet: Ich will es ihm schon einre-den: Oder, ich habe ihn überredet, ich will ihn über-reden, so siehet man zugleich auf die Wirkung der Be-mühung, man giebt zu erkennen, daß sie gelinget.
Zwischen diesen letzten Wörtern aber, findet sich nochfolgender Unterschied.
Bereden unterscheidet sich von einreden , dadurchdaß es besonders auf die Handlungen und ein Verhaltensiehet. Man sagt: Jemand zu etwas bereden: Ichwill ihn schon bereden, daß er dieses thun soll: Ich habeihn beredet, dieses Buch zu lesen, und dergl. Einredenbeziehet sich mehr auf die Sachen, von deren Wahrheitoder Nothwendigkeit man jemand zu überführen, undwelche man in fein Gemüth gleichsam einzudrücken sucht.
Wenn ich jemand zum Hcirathcn berede, fo sehe ichmehr auf die Handlung, und auf dasjenige, was er thunsoll, nehmlich sich verheirarhen: Wenn ich jemanden dasHeirachen einrede, fo fehe ich mehr auf die Sache, wel-che ich ihm vorstelle, und deren Nützlichkeit oder Noth-wendigkeit ich i-)m versichere.
Man findet zwar einige Redensarten, in welchen dasWort bereden auch von den Sachen, mit der zweiten En-dung gebraucht wird, und Herr Adelimg führet dieStelle an, Ierem-4Z. v. z. Daruci) deredcr dich dessen.Imgleichen: Seine Aufführung hat mich dessen längstberedet; Allein er erklaret anch diese Redensarten fürOberdeutsch, und sagt, einige Hochdeutschen ahmeten e6nach. Unterdessen wenn man sie gleich nicht gänzlich ver-werfen wollte, so scheinet mir doch auch hier, ein Unter-schied zwischen bereden und einreden zu seyn. Das erstegiebt mehr zu erkennen, daß man zu etwas bewogen wird,es zu thun, oder zu glauben. Das zweite, daß uns eineSache recht ins Gemüth gebracht, und gleichsam einge-drückt wird.
Scoschl.TH. N Ein-