Gut. Wohl.
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ren, welche seine Weigerung überwinden, und also durchunsere Reden gleichem über die seinigen kommen. Durchdiesen Begriff, unterscheidet es sich, wie ich glaube, vondem Worte bereden, mit welchem es sonst großen Theilsübereinkommt. Man kann jemand zu etwas bereden,bloß durch Vorstellung eines und des andern Beweggrun-des. Wenn ich Z. E. ihn, sage, er werde mir dadurch ei-nen besonderen Gefallen erzeigen, und ihn durch diese Vor-stellung bewege etwas zn thun, so berede ich ihn schondazu. Wenn ich ihn überreden will, so muß ich ihmsolche Gründe vorstellen, welche seine Meinung oder Grün-de schwachen, und dieselben überwiegen. Wenigstensscheinet überreden, den Begriff zu geben, daß man mitseineil Reden, dem andern überlegen sey, und seine bishe-rige Weigerung überwinde.
Einige brauchen das Wort Einreden, auch für indie Rede fallen. Ihr habt mir nichts einzureden.Man sagt aber in diesem Verstände besser, dareinreden.Rede mir nicht darein. B. Ruth i, 16.
i2o. Gut. Wohl.
as alle nöthige Eigenschaften, oder was solche Eigen-schaften hat, wodurch es tüchtig wird, den Zweckseiner Bestimmung zu erreich?», nennen wir gut. Vondemjenigen, was A unserem Besten abzielet, oder ange-nehme Empfindungen bei uns hervorbringet, brauchenwir das Wort wohl. Das erste siehet mehr, auf die Be-schaffenheit einer Sache, das zweite, mehr auf eine Hand-lung und den Auögang derselben.
So sagt man im physischen Verstände: Ein gutesHaus, ein guter Wagen, ein gutes Messer, guterWein, und dergl. und verstehet dadurch, daß diese Dingesolche Eigenschaften haben, welche sie tüchtig machen, zudem Endzweck, wozu sie gebraucht werden sollen. Im.gleichen, ein gutes Pferd, ein guter Jagdhund, u. f. w.
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