Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Gut. Wohl.

Wenn von den Menschen und ihrer sittlichen Beschaf-fenheit die Rede ist, nennen wie denjenigen gut, weichersolche Eigenschaften Hut, die seiner Bestimmung gemäßsm?, und wodurch er anderen nützlich wird. Ein guterBürger, ein guter Ehemann, ein guter Soldat, smddieje»u;.'n, weiche sich !,em Zweck ihrer Bestimmung ge-ma!? vergalten, und anderen nützlich sind. Eine guteGesellsci asr, ist diejenige, deren sittliche Eigenschaften an-deren nützuc!) werden. So sagt man auch: Ein gutesThier, von demjenigen, welches teme schädliche, sondernnützliche Eigenschaften hat.

Da die Eigenschaften, einen Einfluß auf unsere Ge-sinnungen haben, so sagt man auch: Jemand gur seiin:Es gut mit ihm meinen, wenn man solche Gesinnungengegeu ihn hat, die auf sein Bestes abzielen. Und wieman böse seyn, döse werden, für zornic; seyn, zor-nig werden gebraucht, so ist auch gut seyn der Ge-gensatz davon: Ich bin schon wieder gut, das ist, ichbin nicht mehr erzürnet: Jemand wieder gutmachen, dasheißt, ihn besänftigen.

Uneigentlich nennet man auch zuweilen gut, dasjenigeso etwas gutes mit sich führet. So war es bei den Alten,und ist noch jetzt bei den Landleutcn, die gewöhnliche Be-grüßung, daß sie sich einen guten Tag wünschen, das ist,einen solchen Tag welcher Gntes für sie mit sich bringe,oder an welchem ihnen Gutes begegne. Man nennet eingutes Jahr, dasjenige, in welchem die Früchte gut ge-rathen sind, welches Secgen und Gutes mit sich führet.

DaöWvrt rvohl, hat gemeiniglich mehr eineBezie-hung auf dieHandlnngen und das Verhalten, man fagt:N)o!)l thun, rvob! machen, sich wohl befinden,und dcrgl. Beide Worter können oft in einerlei Fällengebraucht werden, und scheinen anch einerlei zu bedeuten;Allein wenn man genau darauf Acht hat, wird man doch

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