Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
207
Einzelbild herunterladen
 

Erlangen . Kriegen. 2O7

machen möckte; Im gegenseitigen Falle, würde ich liebereine andere Redensart brauchen.

Erlangen unterscheidet sich von erkalten nicht nurdadurch, daß eS eine größere Bemühung ausdrucket, undd.her bewnders von wichrigeren Dingen gebraucht wird,si^ ?rn ^ uch daduich, daß ee nur allcin von solchen Din-ge,! üblich n:, die wir durch unsere Bemühung bckom.mc», da hingegen e-, halten, auch von solch- »gesagtwird,welche uns angenehm sind, oder welche wir zu hoben ge.wünschet.

Ein Amt erlangen, den Zneq erlangen, seinenZweck erlangen, süyi et den Begriff einer größeren Be-mühung mir sich, welche man sich darum gegeben, als,ein A im, den S>eg, seinen Zweck erhalten. Man kannsagen: Einen Brief, eine Nachricht erhalten; Aber,man wird nicht sagen: Einen Brief, eine Nachricht er-langen.

In der Redensart: Ich habe denBriefbekom-men, würde man also folgenden Unterschied beobachtenmüssen: Ware es ein verdrießlicher Brief, der etwas bö-ses enthielte, so könnte man nur allein sagen: Ich habeihn bekommen. Ware es ein angenehmes, oder zumwenigsten ein gleichgültiges Schreiben, welches nichtsBöi'es in sich enthielte, so könnte man beides sagen: Ichhabe den Brief bekommen, und, ich habe ihn empfan-gen. Harren wir den Brief verlanget, oder unserenFreund gebeten, uns zu schreiben, so könnten wir alle dreiWörter gebrauchen, und sagen: Ich habe ihn bekom»men, ich habe ihn empfangen/ und ich habe ihn er-halten.

Das erste würde nur bloß anzeigen, daß er uns zuge-stellet worden; das zweite zugleich zu verstehen geben, daßer uns angenehm gewesen; und das dritte, den Begriffmit sich führen, daß wir ihn zu bekommen gewünfchet,und darnach verlanget haben.

So