2v8 Geiz. Kargheit. Filzigkeit. Eigennutz.
So auch von einer Nachricht. Ware sie böse, sokönnte man nur allein sagen: Ich habe die böse Nachrichtbekommen. Ware sie gut, so könnte man beide Wör-ter, bekommen und empfangen, davon brauchen.Hätten wir sie gewünscht, und uns darnach bemühet, sokönnten alle drei Wörter, bekommen, empfangen underhalten,' statt finden. Ein gutes deutsches Ohr, lehretuns gemeiniglich, den Unterschied wirklich beobachten, ohnedaß wir es wissen, und daraus Acht haben.
Das Wort kriegen, ist schon sihr veraltet, man hö-ret cS nur noch, meistens in gemeinen Neden, und vongeringen Leuten, da es eben wie bekommen, ganz allge-mein, und von allen Dingen gebraucht wird. Man sagt:Eine gute Farbe kriegen, einen Riß kriegen, das Fie-der kriegen, Geld kriegen, Schlage kriegen, u. s. w.Im zierlichen Reden und Schreiben, wird es beinahe garnicht, oder zum wenigsten sehr selten gebraucht. In derBibel wird es noch gesunden. Iac. 4, z. Ihr bittet undkricgec nichts, u. a. m.
12z. Geiz. Rargheit. Filzigkeit. Eigen-nutz Geizig. Rarg. Filzig. Ei;gennützig.
ir nennen Geiz die unmäßige Begierde nach Reich-thum, welche den Menschen verleitet, alle möglicheund oft unerlaubte, oder ungerechte Mittel zu gebrauchen,wodurch er etwas gewinnen kann.
Die Kargheit, ist ein geringerer Grad des Geizes,sie braucht zwar keine ungerechte, aber doch oft ungezie-mende Mutcl, ein mehreres zu erlangen, und ist besondersein übertriebener Grad der Sparsamkeit.
Die Filzigkeit, ist der höchste Staffel des Geizes, siebrauchl auch solche Mittel, welche ganz niederträchtig sind,Schimpf und Schande bringen, und wobei man sogar,
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