Knauser. Knicker.
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124. Rnauser. Rnicker.
inen geizigen Menschen, nennet man oft einen Anau-ser oder Zxnl^ei-, aber beide Wörter haben doch eineverschiedene Bedeutung. In beiden kommt der Geizund die Kargheit zusammen, aber sie äusseren sich aufverschiedene Weise.
Ixnauser kommt her von genau seyn, und ist dasg in k verwandelt worden. Man nennet Zxnauscr, ei-nen solchen Menschen, der in allen Stücken gar zu genauist, und allenthalben von seinen Ausgaben etwas abbre-chen will.
Z>!ucker, dünkt mich, kann von Rnicken her-geleitet werden, und einen solchen Menschen bedeuten,welcher die Dukaten knicket oder bieget, um zu sehen, obsie von gutem Golde sind, wodurch hcrnach überhauptein solcher Mensch angezeiget worden, der alles Geldgena., besiehet, und es zehenmal herumdrehet, ehe er esin seinen Kasten leget, damit er ja nichts geringhaltigesbeilege.
Am Zxnauser, will an allen Orten etwas abbrechenund ersparen. Wenn er ein halb Maaß Wein auf diePerson geben sott, und dreizehen Personen am Tische hat,so giebt er nur sechs Maaß, um ein halbes zu ersparen,oder er setzet jeglichem sein Theil vor, und machet dieMaasse kleiner, damit ihm doch etwas übrig bleibe. Je-dem von seinem Gesinde, soll er ein halb Pfund Fleischgeben, er hat aber sieben am Tische, also giebt er nur dreiPfund, um noch ein halbes abzubrechen. Zu seinemKleide braucht er sieben Ellen Tuch, aber er läßt engeFalten und kleine Aufschlage machen, so kann er ein Vier»theil weniger nehmen.
Ein Knicker, will gar nichts ausgeben, das Gelddünket ihm schöner zu seyn, als alles, was er dasür be-kommen kann. Wenn die Noth ihn zu einigen Ausga-
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