Zanken. Hadern. 217
auch von solchen Streitigkeiten gebraucht, welche garnichts niedrig mit sich führen. So nennet man zuwei-len, den Streit welchen zwei Gelehrte, auf eine ganzanstandige Weife, in ihren Schriften mit einander füh-ren : Einen gelehrten Zank. Wenn bei einer öffentli-chen Disputanon, der Keijionclen!. und Opponeu?, scharfmiteinander disputirm, so saget man wohl: Sie haben sichtapfer herum gezanket. Oder man sagt von zweien Ver-liebten, welche allerlei kleine Wortstreite mit einanderhaben: Sie müssen sich immer zanken. Daher kommtauch das Sprüchwort im gemeinen Reden In derÄ-iesbe rvill gezanker seyn, und dergl.
Zänkerei, ist ein oft wiederholter Zank, ieute,welche in Zänkerei mit einander leben, nehmen vonjedem Dinge Gelegenheit her, sich zu zanken.
In der Sprache der gemeinen Leute, kommt hierzuLande, das Wort Hader nicht vor, und es ist übel Hauptmehr in der Bücherfprache gebräuchlich. Frisch sagt inseinem Wörterbuche: „Hadern hat vor diesem absonder-lich , das Hadern nm eine Ehrenstelle bedeutet. Da«„her uennet Stumpf. ?Ie1v. ^liÜ. ic>I. 112. Die, so„um ein Amt zanken, und andere verdrcngen wollen Has„derleutc, und einen solchen Abt, einen Haderadt,„
Der eigentliche Unterschied dieser Wörter, scheinstmir darinnen zu bestehen, daß Zank über jede Kleinigkeit:Hader nur über wichtigere Dinge seyn kann. Imglei-chen, daß man bei dem Zank, mehr mit Worten strei-tet, und sich im Reden unhöflich begegnet: Bei demHader hingegen mehr die Gründe anführet, warumman uneins ist, oder eine Sache verlanget, welche derandere nicht zustehen will. B. Richt. 6, zi. Die Leutezu Ophra, Haderren mit Ioaö um Baal. Und IoaSsprach zu allen: Wollet ihr um Baal hadern? Wollet ihrihm helfen? Wer um ihn hadert, der foll dieses Mor-gens sterben. Sie wollten den Gideon herausgegeben
O 5 und