Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Einigkeit. Einmüthigkeit. Eintracht. :c. 219

Haftes und niedriges anzeiget, und ein Aank auchüber allerlei Kleinigkeiten seyn kann. Hader hingegen,mit mehrerer Anständigkeit, und auch von wichcigeren.Dingen gebraucht wird.

129. Einigkeit. Einmüthigkeit.Gintracht. Einhalt igkett.

Hlslle diese Wörter, drücken ein gutes Verständniß nnd^ Uebereinstimmung der Menschen mir einander aus.

Atnigkeir, hat die weirläufcigste Bedeutung. Esbegreift sowol die Uebereinstimmung des Gemüths, alsauch ein gutes Vertragen in sich. Man saget: EheleuteGeschwister, Anverwandte, müßen in j^inigkcic miteinander leben. Das ist: Es muß eine Uebereinstim-mung der Gemüther unter ihnen seyn, und sie müssensich gut vertragen. Die Republiken in Griechenland lebeten gemeiniglich in Streit mit einander; Wen» sie abervon auswärtigen Feinden angegriffen wurden, Herrschereeine große Einigkeit unter ihnen 'Daöist: Sie stimm»ten in ihren Gesinnungen und Handlungen, wider dieauswärtigen Feinde überein.

<Linmüthigkeir, siehet bloß auf die Gemüthsbe-schaffenheit, es drücket eineUebercinstimmlingder Gemü-ther, oder Gleichheit der Menschen, in ihren Gesumun,gen und Meinungen aus. Unter den ersten Christen wareine große EinmÜthiIkeir: Sie waren einerley Sinnessie hatten einerley Mcinuugen: Einer wollte so wie der an-dere. Man saget: Der ganze Nach hat cinmürhig be-schlossen. Daöist: Weil sie alle einerley Sinnes und Mei-nung gewesen, so haben sie alle den Schluß gefasset.

iLmrracht, hat eine Beziehung auf das äußerlicheBetragen. Mit einander in Einrrackr leben, heißer,einerlei gutes Betragen gegen einander haben, sich nichtszuwider thun, sondern einer dem andern, durch seineHandlungen zu gefallen suchen. Die Eintracht entste-

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