240 Leihen. Lehnen. Borgen.
„Man höret sowol sagen: Ich habe ihm Geld gelehnec,„als, ich habe ihm Geld geliehen. Da doch beides„ganz falsch ist.
„Der richtige Unterschied ist dieser. Wer einem et«„was znm Gebrauch giebt, das er nach der bestimmten„Zeit wieder zurück geben muß: Der leihet. Wer aber„etwas auf einige Zeit: zu seinem Gebrauch von einem„andern nimmt, der lehner. Kurz, wer etwas giebt,„der leihet. Wer etwas empfangt, der lehner. Der„sel. juther braucht das Wort Leihen, beständig indem„Verstände. Z. E. Freund, leihe mir Brodt. Leihe„nicht einem Gewaltigern als du bist. Die Sünder lel-.„hen den Sündern auch.
„Das Wort Lehnen kommt, so viel ich mich erin.,.nere, bei ihm nicht vor, sondern er bedienet sich anstatt„dessen, des Wortes Vorgen, welches dan.it aber, doch„nicht völlig einerlei ist. Wir finden aber bei andern„Exempel davon. Herr Gottsched sagt, im Zten Theil„der Weltweieheit, §. 285. Wir müßen versichert seyn,„daß wir das Geliehene, von dem, der es entlehnet hat,„unvcrschlimmert; und zur rechten Zeit wieder bekommen„werden, und §. 247. Es wäre in diesem Falle„billig, daß Reiher und Lehncr, den Schaden miteinander„theilen sollten. Hier siehet man den Unterschied ganz„offenbar. In dem Mexico des Faberö stehet auch ganz„recht: Hui mutuat pecumsm clat mutuo. Er leihet.„Hui inuttuitur, mmuo 2LLij)it. Er lehnet.
„Das Wort Borgen, gehöret zu den Mittelwör-tern, denn es bedeutet sowol Leihen als Lehnen.„Man sagt, einem etwas borgen, und von einem et.„was borgen. Z. E. Gottsched §, 290. Wir sind„verbunden, andern etwas vorzustrecken, oder ;u bors„gen. Und §. 291. Wenn jemand bei theurer Zeit„Getraide von dem andern borgte. Was höret man,.öfter als dieses? Ich muß es von dem Hei rn borgen.
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