Muth. Herz. Tapferkeit. 257
big ist, und die Arbeit munrer und frisch verrichtet. Je.mand iVurh machen, l-lnirh einsprechen, heißt, ihmzureden, daß er munter und freudig seyn soll. KeinenMuth zu einer Sache haben, heißt, sie nicht mitMun-terkeit und Freudigkeit vornehmen.
Ein Mensch hat Herz, man sagt: Er hat das Herz,dieses zu thun, wenn er eine schwierige, oder gefahrlicheSache, unerschrocken und freudig unternimmt. Ein Herzfassen, heißt, sich muthig zu einer beschwerlichen Unter-nehmung entschließen. Die Elephanten des Pyrrhus ver-ursachten anfangs, den Römern ein Schrecken, endlichaber fasseren sie das Her;, dieselben anzugreisen. Je-mand Her; machen, heißt, ihn bewegen, eine beschwer,liche oder gefährliche Sache, unerschrocken zu unterneh-men. Er hac Herz roie ein L.öwe, das ist, er ist sounerschrocken und freudig wie ein Löwe.
Ein Mensch beweiset Tapferkeit, wenn er sich mu-thig und herzhaft betragt, und wenn er alles Widerstan-des ohngeachtet sein Vorhaben ausführet, und die Schwie--rigkeiten oder Gefahren zu überwinden sticht. Siegrissenmuthig den Feind an, das ist, sie thaten es mit Mun.terkeit und Freudigkeit. Sie harren das Herz, ihn an-zugreifen, das heißt, ob es gleich gefähr lich, und mit vie-len Schwierigkeiten verknüpfet war, so unternahmen siees doch freudig und unerschrocken. Sie griffen ihn mitvieler Tapferkeit an, das ist, sie waren bei dem Angriff,nicht nur muthig und herzhaft, fondern auch standhaftund anhaltend, sie ließen sich durch keinen Widerstand ab-schrecken, und thaten alles, was man fodern konnte, dieSchwierigkeiten zu überwinden.
Beide Wachter und Frisch, leiten das Wort ta-pfer, von dem Sclawonifchen Dol?ry her, welches gutbedeutet, und Frisch führet einige Beyspiele an, daß esvorzeiten, in solchem Verstände gebraucht worden, her-Stoschl.TH. R nach