Dursten. Lechzen. Schmachten. 261
auch Z.ech;en genannt. Siehe Bödikers Gr. S- Seite,320. Nach dieser Etymologie würde es nur uneigcntlichvon den Menschen gesagr werden. Schmachren, b^deu-tct das größejre Verlangen nach Trinken, welche durcheinen gäuziichcn Abgang der Kräfte verursachet wird.
Wir sagen: Un6 durstet, wenn wir gerne trinkenwollen, und ein Verlangen darnach empfinden. Wirlechzen nach einem Trunk, wennwir inlangcrZcit nichtgetrunken haben, und die Narnr uns durch nne gewisseUnruhe und Sehnsucht zu erkennen giebt, daß es zur Er-haltung unseres Leibes nothwendig sey. Si?r. 26,15. Wieein Fußgänger der durstig ist, lechzer sie. Wir schmach-ten darnach, wenn wir wirklich schon einen gänz!ichenAbgang unserer Kräfte vcrspühren, welcher nicht andersals durch einen Trunk ersetzt werde»' kann.
Man weis ans der Erfahrung, daß die Verwundeten,welche viel Blut verlohrcn haben , einen Durft empfin-den, weil die Natur den Abgang der Feuchtigkeit, durcheinen Trunk zu ersetzen verlanget. Mangelt ihnen dasGetränk eine Zeitlang, so lechzen sie recht, sie fühleneine außerordentliche Begierde und Sehnsucht darnach.Wenn sie endlich ganz matt werden, und ihnen die Kräftevergehen, so schmachten sie nach einem Trunk Wasser.Daher sagt man auch, vor Durst verschmachten.
Man braucht auch das Wort Schmachten von ei-ner großen Hitze, welche nian ausstehen muß. Manschmachtet vor Hitze; und vielleicht kommt es daher,daß wir das Wort Schmachren von dem heftigstenDurst gebrauchen, weil derselbe gemeiniglich von einergroßen Hitze verursachet wird, und damit verknüpfet ist.
In einem uneigentlichen Sinn, bedienet man sichdieser Wörter auch bei einer großen Dürre. Die Erdedurstet oder lechzer nach Feuchtigkeit. Die Gewächseschmachten vor Hitze. Jerem. 14, 4. Darum daß dieErde lechzet, weil es nicht regnet auf die Erde.
R z 152- Esse».