Rasnd. Toll. Raserei. Tollheit. 281
ses: Ein Unsinniger, siehet sie wohl gar für Feinde an,er schilt auf sie, und will sie fort jagen. Der'wansin-nige bildet sich ein, Dinge zu fehcn, welche wirklich nichtda sind; Aber er lärmst und schreiet nicht darüber, wieder Uusimiige thut. IenerMensch, der in seiner Stubesich einbildete, daß cr im Sturm auf dem Meere sey, unddaher allen Hausrath, mit vielem Geschrei, zum Fensterhinauswarf, um, wie erdachte, das Schiff zn erleich-tern, war unsinnig. Ichu trieb als ob er unsinnigrvare. 2B. derKön. 9, 20. Das ist, er trieb dieThiere,welche seinen Magen zogen, und diejenigen, die mit ihmwaren, mit solchem Geschrei und Ungestüm an, als ob erseines Verstandes und seiner Sinne beraubt wäre, als ob«r nicht sahe, daß sie wirklich schon alle mögliche Eilfer-tigkeit anwendeten.
So lange die Unsinnigkcir, nicht gar zu stark ist,und dadurch niemand Schaden geschiehet, siehet man,sienur, als eine bloße Beraubung des Verstandes an, wennsie aber zu heftig ist, und den Menschen zu allerlei schäd-lichen Handlungen verleitet, so wird sie zur Tollheit.
16z. Rasend. Toll.Raserei. Tollheit.
an drücket mit diesen Wörtern eine solche heftigeVerwirrung des Verstandes aus, bei welcher derMensch ganz wütend wird, und allerlei schädliche Dingevornimmt.
Ob gleich das Zeitwort (verkum) Rasen, bisweilenin einem sehr gelinden Verstände gebraucht wird, so hatdoch das davon abstammende Wort Rasend allezeit einehärtere Bedeutung. Man saget z. E. von einem Men-schen, der im Fieber, oder in einer hitzigen Krankheitliegt, und allerlei Phantasien hat, die ihn zu verwirrtenReden bringen: Er raset. Mancher.Mensch, fängt bei
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