Bewerbe». Anwerbung thun. 287
hieß freien, eigentlich lieben, wie IVachter im Glos.sario zeiget. Nach dem heutigen Gebrauch, ist diesesWort, in beiden Bedeutungen, sowol wenn es heißt, sichum eine Person bewerben, als sie heirathen, nur in demgemeinen teben üblich, in dem edleren und anständigenSprachgebrauche, wird man eö nicht leicht hören.
Da das Wort lVeib jetzo ganz verächtlich gewordenist, so wird auch beweiben, nur von ganz niedrigen undgeringen Leuten gebraucht. Er ist beweibet. Er hat sichbeweibet.
Anmerk. Das Wort -Heirathen, wird gemeiniglich, vonteuren oder Miethen hergeleitet, und daher auch -Heurachengeschrieben. Ich will diese Etymologie, eben nicht verwerfen.Vielleicht aber könnte man eö, mit eben so gutem Grunde, vonheim oder Heimen, und rathen oder berathen, herleiten. Daes denn so viel hcissen würde, als eine Person nehmen, '"> lchc ^usdaheim, oder in unserer eigenen Wirthschaft uud Wohnung, ra-then oder berathen soll, womir es also auf die gegenseitige Hülfesehen würde, welche sich Eheleute leiste» müssen. Bei den Alten,^ hieß Heimen, eine Frau heimführen. Heimsteuer, die Mit-gäbe, u. s. w. Nach dieser Etymologie, würde es klahr seyn, war-um man nicht sagen kann: Nach Geld ehelichen, aber wohl:Nach Gelö heirathen. Weil man sich nehmlich mit dem Gelde,heim oder Vaheim, gut rathen und l,clftn kann. Ich finde, daßdie Etymologie, welche Wachter im Glostario, von dem Worte-Heirathen giebt, mit derjenigen, welcke ich hier angeführet l>abr,ziemlich übereinkommt. Er leitet es her, von dem alten sächsi«scheu Worte, -Hyrev 5smilig,.vder Heiro: ilc-mus, und reitenoder bereiten, daß es also heissen würde: S>ch ein Haus berei-ten. Wobei er hinzufttzet: Einige leiten es sehr übel her, vonHeuren, miethen; Denn obgleich die Ehe ein Contracc ist, soist sie doch kein Micthscontcact, ist auch dergleichen niemals, beiden alten Deutschen gewesen. Denn diesen war die Ehe ein hei-liges Band.
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enn diese Wörter von der Bemühung gebraucht wer«den, welche man sich glebr, .'in- Person zur Ehezu erhalten, so siehet das erste auf dasjenige, was man
thut,