Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

Dankbar sey«?. Verdanken. 29z

nehmen, aber ich dankte dafür, oder bedankte michdafür. Er bedankt sich für die Ehre, das ist, er will fienicht annehmen.

Danksagen kommt in fo weit mit Gedanken über,ein, daß es ebenfalls nur diejenige Erkenntlichkeit undDankbai kcit andrücket, welche man für ein empfangenesGute, jemanden mit Worten bezeiget; Aber es Meinetüberdcm einen höheren Staffel davon anzuzeigen,den Begrif mit sich zu führen, daß man schon mehrereund nachdrücklichere Worte gebraucht, wodurch man fei-nen Wohlthäter, von einer aufrichtigen Dankbarkeit über-zeugen will, da man hingegen bisweilen sich ganz kurz,oder auch auf eine kühle Weise, gegen jemand bedankenkann. Ein Grosser z. E. bedanket sich ganz kurz, füreine Gefälligkeit, welche ihm von einem Geringeren isterwiesen worden, ohne viel Worte zu gebrauchen, ihmDank zu sagen. Der Geringere herqegen, suchet dieverbindlichsten Worte aus, um für eine Wohlthat, welcheer von einem Grossen empfangen hat, Dank zu sagen,und ihn von der Aufrichtigkeit feiner dankbaren Gesinnun-gen zu überzeugen»

Dankbar seyn, beziehet sich bisweilen blos auf dieinnerliche Empfindung des Gemüths, bisweilen zugleichauf die That, wodurch man dieselbe an den Tag leget.Wir können dankbar seyn gegen jemand, ohne es ihm,weder mit Worten noch mit der That zu ernennen zu ge-ben. Z. E. Es lasset uns jemand eine besondere Wohl-that zufließen, welcher aber nicht haben will, daß wir wis-sensollen, eS komme von ihm her, so können wir aufrich-tig dankbar dafür seyn, ob wir ihm gleich die innerlicheRegung unseres Herzens, auf keinerlei Weife bezeigen kön-nen. Wir sagen aber auch von einem Menschen, der schbemühet, uns für ein empfangenes Gute, wiederum etwasGutes zuthun, und uns wirklich allerlei Gefälligkeitenerweiset: Er ist dankbar dafür.

T 5 'ver-