Schickung. Geschick. Fügung. 295
In der Redensart: Es ist ein unglückliches Schick-sal für uns, sehen wir weder aufden Urheber einer Be-gebenheit, noch auf die Absicht, warum sie uns zustoßet.Hingegen, wenn wir sagen: Es ist ein unglückliches ver-hangniß, so sehen wir zugleich auf denjenigen, welcherdie Sache verhengct, unv welcher dabei gewisse Absichtenhaben muß. Daher kann man nicht sagen: Es ist einSchicksal Gscrcs, aber man sagt: Es ist ein Ver-hängnis) Gottes, oder eine Schickung Gottes.
Wer alles dem blinden Schicksale zuschreibt, derhat nicht den geringsten Trost in Unglücksfallen, weil dasSchicksal keine Absichten noch Ursachen hat, warum esihm dergleichen begegnen läßt.
Wer aber ein Verhängnis) Gstteö glaubt, hat denTrost, daß .-.lles aus weifen und heiligen Absichten, dieauf fein wahres Beste gerichtet sind, über ihn verhen-get werde.
17z. Schickung. Geschick. Fügung.
L^n einem uneigentlichen Sinn, drücken die Wörter^ ein gewisses Verhangniß auö, so über einen Men-schen ergehet. Wir brauchen sie von solchen Begeben-heiten, welche gewisser Massen ausscrordcntlich sind, undwelche man nicht vermeiden kann.
Schickung, beziehet sich auf denjenigen, von wel-chem das Verhangniß herrühret, auf ein höheres Wefcn,welches uns solche Begebenheiten zuschicket. Geschick,hat eins Absicht auf die Begebenheiten selbst, welche unszustossen. Fügung, siehet zugleich aufdie Ordnung undVerbindung der Mittel, wodurch diese Begebenheitenhervorgebracht werden.
Wenn wir sagen: Es ist eine besondere Schickungfür diesen Menschen gewesen, daß er eben zn der Zeit da-hin hat reisen müssen, als die Begebenheit vorfiel, diethn glücklich gemacht hat, oder wodurch er unglücklich
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