Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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M Blicken. Anblicken. Erblicken.

Dinge die Natur hervorbringet, und sie kennen zu ler-nen. Man bestehet eine Kunstkammer oder Rüstkam-mer, z» entdecken was für Seltenheiten, darin aufbe-halten werden, damit man hernach davon reden, odersie mit anderen, welche man fchon gefehen hat, verglei-chen könne, u. s. w. Diefe Bedeutung leget auch >^r.Adelung dem Worte besehen bei, und erklaret es, durchoft und genau ans etwas sehen, in der Absicht,etwas daran zu entdecken.

Schallen, Anschauen, Beschauen, kommt mitSehen, Ansehen, Besehen, meistens überein, nurscheinet es eine etwas grössere Aufmerksamkeit, auszudrü-cken. Von einer Sachs, welche nur bloß in die Augen fallt,ohne daß man darauf einige Aufmerksamkeit hat, sagtman nicht: Ich schaue sie. Wenn man etwas nur imvorbeigehen gefehen hat, wird man nicht fagen: Ichschauere es. Hingegen, wo sich einige Aufmerksam-keit findet, kann man das Wort Schallen gebrauchen.Schaue das; Schaue hier. Und in einigen Provinzenbraucht man in solchem Verstände das Wort Schauen,Anschauen, viel gewöhnlicher, als Sehen, Ansehen.Bei einigen Handwerkern nennet man Schau, die ge-naue Besichtigung und Untersuchung derjenigen Dinge,welche als Probestücke sind verfertiget worden.

Ich werde in dieser Meinung von der eigentlichenBedeutung des Wortes Schauen bestärket, da ich inFrischens Wörterbuche finde, daß er sagt: Schauen,schließe etwas mehr in sich, als das blosse sehen, nehm-lich, ein Betrachten, Besehen, Einsehen.

197. Blicken. Anblicken. Erblicken.

L^n einer grossen Geschwindigkeit, und mit einer einzk--gen Bewegung der Augen, etwas sehen, nennetman blicken. Anblicken wird gesagt, wenn wir die Au-gen geschwinde auf eine Sache richten, die wir vorher

schon