Z48 Unwille. Zorn. Grimm. Iachzorn.
gcrelzct wird, selbige zu ahnden oder zu strafen, im Falle6 uns möglich wäre.
Unwille, ist der geringste Staffel eines solchen Miö-Vergnügens, welches man bisweilen blos in einigen Ge-bchrden oder Worten zn erkenne» giebt. Man wird un-willig, über geringe Versehen eines Menschen. Z. E»Ueber jemand, der uns zu viel fragen will, über einenBedienten, der eine Kleinigkeit vergessen hat, und der-gleichen, man ahndet solches blos mit einer vcrdrüßlichcnMine, oder mit einem kleinen Verweis, welchen manihm giebt.
Bisweilen aber braucht man das Wort Unwillenoder unwillig für Zorn, blos um die harte Bedeutungdieses letzten Worts, einiger massen zu mildern/ Wer-den Sie nicht unwillig über mich, das ist, zürnen Sienicht. Behalren Sie nur keinen Unwillen gegen mich,das ist, keinen Zern.
Zorn, ist ein heftiges Misvcrgnüqen, über etwas, daöuns zuwider gethan worden, wobei sich allezeit die Begier-de stndst, es zu strafen oder zu rächen.
Der Zorn, gehöret unter die Leidenschaften, welcheihren Grund in dem Temperament eines Menschen haben.Es ist allezeit eine heftige Wallung des Geblüts dabei,welche man nicht sogleich wieder stillen kann. Ein Menschist mehr zum Zorn geneigt als der andere. Mancher kanndurch ganz geringe Dinge aufgebracht, und darüber zor-nin, werden, dahingegen, ein anderer sehr schwer, undnur durch grosse Beleidigungen, zum Zorn bewogen wird.Aber je leichter der Zorn entstehet, desto geschwinder pflegter auch zu vergehen, und je langsamer ein Mensch ausge-bracht wird, desto langer pflegt er den Zorn zn behalten.
Iachzorn, kommt her von dem alten Worte Jach,welches so viel heißt, als plötzlich, geschwinde, undverstehet dadurch einen plötzlich auffahrenden Zorn, wel-cher aber bald wieder vergehet. Der)achzornige, wird
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