Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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M Anfangen. Anheben. Beginnen.

sprung von dem alten Worte Fahr, in dessen Stelle jetztGefahr gebräuchlich geworden. Seiner eigentlichen Be-deutung nach, würde es alss die Vorhersehung einer Ge-fahr anzeigen, welche uns sswol beunruhiget, als aucheine gewisse Furcht bei uns erwecket.

Besorgen scheinet mehr eine bloße Unruhe und Be«kümmerniß anzuzeigen, welche man wegen einer Sachehat; Befürchten insbesondere^die Furcht, und eine ge-wisse Bangigkeit zu erkennen zu geben, welche wir bei derVorstellung eines Unglücks empfinden; Befahren dasVorhersehcn, und die Kenntniß einer Gefahr auszudrü-cken, welche bei einer Sache ist.

Befürchten siehet mehr auf das Unglück selbst, unddie Furcht, welche wir davor haben; Befahren auf dieGefahr, worin wir sind, daß uns ein Unglück begegnenwerde, und da dieses gemeiniglich mit einer Furcht verge-sellschaftet ist, so wird befahren, auch für befürchten ge-braucht. Man sagt: Ein Unglück befürchten, undauch, ein Unglück befahren. Du hast nichts zu be-fürchten, das ist, du darfst nicht fürchten, daß darausein Unglück entstehen werde: Du hast nichts zu befah-ren, das heißt, es ist keine Gefahr dabei.

2io. Anfangen. Anheben. Beginnen.

enn man auf den heutigen Gebrauch dieser WörterAcht hat, so wird man finden, daß anfangcn,ganz allgemein, und fowol im gemeinen Leben, als in deredlen Schreibart gewöhnlich sey; Anheben im gemeinenLeben gar nicht, und bei den Schrittstellern nur selten vor-komme; Beginnen ebenfalls wenig mehr gebrauchlichsey, und am gewöhnlichsten in der Bedeutung gebrauchtwerde, da es so viel heißt, als nach und nach an-fangen.

Man sagt: Ich fange an zu reden, zu schreiben, 'zuarbeiten, zugehen; Die Thränen siengen an ihm in die

Augen