Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Anfangen. Anheben. Beginnen. 35z

Augen zu treten; Da6 Wasser fangt an zu kochen; DasWachs fangt an zu schmelzen; Es fangt an warm zuwerden, zu frieren; Das Wort fangt sich mit diesemBuchstab an, u. s. w.

Das Wort anheben, ist jetzt so gebräuchlich nichtmehr, als eSvor diesem gewesen, und man kann desselbenganz wohl entbehren. In der Bibelübersetzung kommtes verschiedentlich vor, aber es könnte allemal ansangendafür stehen. Z. B. 2 B. Mos. 12. v. 12. Dieser Mond,soll bei euck der erste seyn, und von demselben sollt ihr dieMonden des Jahrs anheben. Es konnte eben so gutheißen: Die Monden des Jahres anfangen. Marc. 14.v. 72. Petrus hub an zu weinen. Luc. 14. v. z. DieserMensch hub an zu bauen, wofür es eben so gut wäre:Er fing an zu weinen, er sing an zu bauen.

Unterdessen findet man doch, daß auch unter den neue-ren, gute Schriftsteller, sich desselben noch zuweilen bedie-nen. Vielleicht scheinet es ihnen, in einigen Fällen, nach-drücklicher und edler zu seyn, welches ich auch nicht ganz-lich laugnen möchte. So sagt Rabner: Nun hebtfZch das Schreiben an. Und Geliert:

Wie? hub sie an, hast du mich kommen hören?Hier scheinet mir das Wort anheben, besser zu seyn alsanfangen. So auch in einigen Schriftsiellen. Z. B.2 B.Mos. 27. v.7.18. Bileam hub an seinen Spruch.»Sam. 7. v.29. So hebe nun an, und secgne das Hausdeines Knechts. Man könnte ganz wohl, anfangen da-für setzen, aber anheben scheinet mir besser zu seyn;Vielleicht aus keiner anderen Ursach, als weil das Wortanfangen, so gemein ist, und so oft vorkommt, daß mansich in erhabenen Reden, lieber zuweilen eines anderenbedienet, welches zwar gebräuchlich, aber doch selte-ner ist.

Von dem Worte beginnen, sagt Herr Adelung:Es ist im Hochdeutschen größten Theils veraltet, undSrofchl.TH. Zwird