Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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354 Anfangen. Anheben. Beginnet:.

wird nur noch in der höhcrn Schreibart gebraucht, theilsweil man es für edler und erhabener hält, als das söge,meine anfangen, theils aber auch weil es gegen dasSyllbenmaaß biegsamer ist als dieses.,,

Mehrentheils wird man es zwar von den Neueren, mder Bedeutung gebraucht finden, da es so viel heißt, alsnach und nach anfangen, z. B. jLs beginnet zuregnen, zu schneien: Das Kind beginnet zu lesen, zuschreiben: Seine Haare beginnen grau zu werden. lB.Mos. 6. v. i. Da sich die Menschen begunren zu mehrenauf Erden, i B. Sam. n. v. 9. Wenn die Sonne be-ginnet heiß zu scheinen. Unterdessen wird es doch auchzuweilen bloß für ansangen genommen; So sagt man:Was wird er nun wieder beginnen, und im Sprüchwort:Wohl begonnen, ist halb gewonnen. Und auf gleicheWeife, wurde es auch von den Alten gebraucht, wovon ichnur ein Paar Beispiele aus dem Theuerdank anführenwill.

Cap. z6. Derselb Knecht bcgunnr zu lachenfür, er fing an zn lachen.

Cap. 22. Der Held begunnc zu gehen,für, er fing an zu gehen. Und in der Bedeutung desnach und nach Ansangen?:

Cap. 46. Darum das eys begunt zegan

Cap. 26. Bis es begunt zu werden nacht.

Man siehet auch hieraus, daß dieAlten ick iinperte^obeginne sagten, welches Gottsched in seiner Sprach-kunst, für unrecht erklaret. Ich begann, ist freilichjetzo gewöhnlicher, und ich würde mich ebenfalls dafür er-klären: Unterdessen darf man niemanden für einenSprachfehler anrechnen, wenn er das imperfecIum be-gunre braucht. So sagt auch Gellert, in der Erzählung:Der baronisirte Bürger:Eh ich zu seyn begonnre.

Herr