Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Häuslich. Wirthschaftlich. Sparsam. 357

halt es zurück, wenn er unter allerlei Vorwand, es nichtwiedergeben will, ob man gleich verlanget.

21z. Häuslich. Wirthschaftlich.Sparsam.

e7>er allgemeine Begrif dieser Wörter, zeiget eine Be»mühung an, etwas von seinem Einkommen zu ent-übrigen, und auf einen Nothfall beizulegen. Häuslich,siehet eigentlich auf diejenigen kleinen Vortheile, welcheman in dem Hauswesen machen kann. Wirthschaft-lich, siehet auf die Ordnung, welche man in seinen Aus-gaben und Einnahmen halt. Und Sparsam, auf dieAusgaben selbst.

Häuslich seyn, wird besonders für eine Tugend derFrauen gerechnet, weil es gemeiniglich solche Kleinigkeitenim Hauswesen betrift, um welche sich der Mann, dessenGeschäfte mehr ausserhalb dem Hause sind, nicht allemalbekümmern kann. Man sagt: Eine Frau ist häuslich,wenn sie das Ihrige zu Rathe halt, auf ihren HausrathAcht hat, daß davon nichts beschädiget werde, ihre Mägdezur Arbeit anhält, und dergleichen.

Man ist wirthschaftlich, wenn man in seinemHause eine gute Ordnung hält, jedem seine bescheideneArbeit anweiset, den Vorrath eines reichen Jahres fürein schlechteres beilegt, und die Ausgabe nach der Einnah-me einschränket.

Man ist sparsam, wenn man nichts unnühlich aus-giebt, und noch etwas beizulegen sucht, was man in einemNothfall brauchen kann.

Man kann häuslich, wirthschaftlich und spar-sam seyn, ohne karg und geizig zu werden. Im Gegen-theil, wenn man bei einem Kargen, an allen Orten dasKnausern erblickt, so ist bei dem Häuslichen, N)irth-schaftlichen und Sparsamen, nicht nur das Nöthige,

Z , son-