Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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378 Belangen. Anlangen. Angehen. Betreffen.

Er wor über diese Sache ganz betroffen, und dergleichen.Auch daö einfache treffen, bedeutet zuweilen so etwas,was uns besonders nahe gehet, und empfindlich oderschmerzlich ist. Ein Schlag, ein Schuß, ein Wurf, wel-cher uns trifft, ist uns sehr empfindlich. Mich dünktdaher, daß auch in diesem Verstände, worin das Wortbetreffen, mit den vorhergehenden ähnlichbedeutend ist,es eine stärkere Bedeutung habe, und in den mehrestenFallen, besonders von solchen Dingen gebraucht werdenkönne, wodurch wir empfindlich gerühret werden. Z. B.Das Unglück meines Freundes betrifft auch mich, iststarker, es drucket ein größeres Antheil aus, als wenn ichsage, das Unglück meines Freundes gehet auch mich an.Ich will thun, oder, ich will mich diestr~Sache anneh-men, als ob sie mich selbst berrafe, scheinet mir stärkerzu seyn, und eine größere Theilnehmung auszudrücken,als die Redensart: Ich will thun, als ob diese Sachemich selbst anginge. Es betrifft die Wohlfarth des gan«zen Landes, ist starker, als es gehet die Wohlfarth desganzen Landes an.

In einigen Redensarten ist der Unterschied, zwischenallen diesen Wörtern, sehr merklich. Man wird nichtsagen: Die Ermahnung langet auch an mich. DasUnglück meines Freundes belanget auch mich. Ein gu-teS deutsches Ohr merket es gleich, daß in der erstenRedensart, das Wort angehen, - in der zweiten dasWort betreffen, sich besser schicke, und Nachdrücklichersey; Und wer nur erst genau Acht geben will, der wirdleicht finden, wie diese Wörter staffelweise steigen, undin welchem Falle jegliches gebraucht werden müsse.

Wenn ich sage: In soweit wie diese Sache mich an-langer, so gebe ich bloß zu verstehen, daß ein gewissesVerhältniß derselben gegen mich sey; In so weit sie michbelanget, zeiget einen gewissen Einfluß derselbenauf meine Umstände an; In s? weit sie mich an-gehet