Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Z8o Weg. Bahn. Strasse. Pfad. Steig.

ren, weil man keine Bahn findet, sondern überall dieDal)n erst brechen muß.

Strasse, ist ein grosser breiter ^VeI. Man sagt:In der Strasse bleiben, wenn man allezeit dem breitenWege nachfahret, ohne a»ft>iekleinenNebenwegezufah.ren. Daher kommen die Wörter: L.andstrasse, dasist, ein grosser breiter Weg, welcher auf Kosten des Lan-des, unterhalten wird, ^»eerstrasse, das ist, ein brei-ter Weg, worauf ein ganzes Heer gemächlich reisenkann.

Beide Wörter, ^Veg und Straße, werden auchbisweilen von einer gewissen Strecke auf dem Meere ge-sagt, z. B. Aus dem A?ege von Hamburg nach Lon-don , hat das Schiff einen heftigen Sturm ausgestanden.Dle Schiffleute sagen, wenn sie von weiten, den Laufeines Schiffes beobachten: Es halt diese, oder jeneStraße. Die Meerenge von Gibraltar, heißt beson-ders die Straße, und weil alle Ena/llandische undHottandische Schisse, welche nach der Levante handeln,dadurch fahren müssen, so hat man solchen die Benen-nung der Straßfahrer beigeleget.

Imgleichen nennen wir Milchstraße , eine Mengebleicher Sterne, welche in unseren Augen, als ein brei-ter weißlicher Strich am Himmel erscheinen. Vermuth-lich weil die alten Dichter gesaget, daß dieser weißeStrich, von der Milch der Juno gemacht sey, und ihnzuweilen als den Weg, oder die Straße vorgestellet ha-ben, aus welche die Götter, oder die Bothen der Götterzur Erde hernieder gekommen.

In den Städten nennet man Strasse, den gepfla-sterten breiten Weg zwischen den Häusern, da man hin»gegen die engeren, gemeiniglich Gassen nennet.

Pfad, ist derjenige tVeg, den die Fußgänger nebendem grossen Fahrwege gemacht haben, welcher gemeinig-lich dichter, und zum Gehen bequemer ist. Frisch sagt

bei