z82 Loben. Rühmen. Preisen.
dere sehen. Unterdessen ist es doch so leicht nicht, deneigentlichen Unterschied derselben recht genau zu bestim-men. Folgendes wild ihn einigermassen deutlich machen.
1) Diese Werter steigen staffelweise, Rühmen istmehr als Loden, und preisen mehr als Loben undRühmen. Man lober jemand, wenn man auch nuretwas Gutes von ihm sagt. Man rühmet ihn, wennman das Gute schon mehr erhebt, und preisen begreiftdie größte Lobeserhebung in sich.
2) Wir loben jemand/ in der Absicht, daß wir diegute Meinung, welche wir von ihm haben, an den Taglegen wollen. Es sey nun, daß wir es in seiner Gegen-wart, und gegen ihn selber thun, damit er wissen soll, daßwir ihn hoch achten : Oder in Gegenwart anderer, da-mit sie von unserer Hochachtung, welche wir für jemandhaben, unterrichtet werden. Wir rühmen jemand, inder Absicht, daß wir ihm die Hechachtung anderer Men-schen wollen zuwege bringen. Wir erzehlen allerlei Gu-tes von ihm, und machen seine gute Eigenschaften be-kannt , damit andere ihn hoch schätzen sollen. Wir prei-sen jemand, um grosser und wichtiger Dinge willen, dieer gethan hat, wenn wir sie überall bekanntzu machen su-chen, und auf eine ganz besondere Weise erheben, damitwir nicht nur zu erkennen geben, wie hoch wir selbst ihndeswegen schätzen, sondern auch eben solche Hochschatzungbei andern, gegen ihn erwecken mögen.
z) Loben, wird mehr von dem Verhalten und denHandlungen, Rühmen, mehr von den Thaten und Sa-chen gebraucht. Man lobet die Aufführung eines Feld-herrn, man rühmet seine Heldenthaten. Wenn ichvon jemand sage: Er ist ein ehrlicher und redlicher Mann,so lobe ich ihn schon, und gebe zu erkennen, daß ich sel-ber ihn hoch achte. Will.ich ihn aber rühmen, so mußich seine Thaten, womit er die Ehrlichkeit und Redlichkeitbewiesen hat, erzehlen, und sie bekannt machen, damit
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