Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Loben. Rühmen. Preisen. M

andere ihn ebenfalls deswegen hochschätzen mögen. DerHerr lodere den ungerechten Haushalter, da er über»Haupt sagte, er habe klüglich gehandelt. Luc. 16,8. Pau-lus konnte sich vieler Vorzüge rühmen, die er aber nrndes Evangclii willen hindan geseßethatte. Phil, z, 4.«. f.

preisen, wird nur von sehr grossen und wichtigenDingen gebraucht. Man preiset die weise Regierungeines Königes. Salomo wurde überall, wegen seinergrossen Weisheit, gepriesen. Sonderlich bedienet mansich dieses Worts in Absicht auf Gott : Gott preisen.Und wenn man alle drei Wötter mit einander verknüpfet:Gott loben, rühmen und preisen, so hat das e.steeine Beziehung darauf, daß man überhaupt Gntes vonGott sagt, um die innerliche Hochachtung nnd Vereh-rung, welche man selber gegen ihn hat, an den Tag znlegen: Das zweite darauf, daß man seine herrliche Ei-genschaften oder Wohlthaten bekannt macht, um auchbei andern eben solche Hochachtung und Verehrung gegenihn zu erwecken: Das dritte daraus, daß wir seine herrli-che Eigenschaften und Vollkommenheiten, auf eine ganzbesondere Weise erheben, um beides, sowol unsere Ver-ehrung gegen ihn an den Tag zu legen, als auch anderezu eben solcher Verehrung zu bewegen.

Das Wort preisen, wird nur mit dem einzigenVorworte, an, zusammen geseßet, anpreisen, dannaber bekommt es einen andern Sinn, es heißt, eine Sa-che vor jemand loben , in der Absicht, daß er sie erwählensoll. Der Kaufmann preiset seine Waaren an.

Anm, Einige brauchen das Wort Preisen, als ein richtigesZeitworr: Ick preise, ick preiscle, ick habe gepreiser.So wird es in der Bibel gesunden. Z. E. Matth. 15, zi. Siepreiscten den Gott Israel. Luc. 2, Z8, Hanna preisere de-,HErrn. Andere machen ein unrichtiges Zeitwert daraus. Ickpreise, ick pries, ick habe gepriesen. So setzet es Gott-sched in der Cprachkunst, auf dcr ?z? Seite. Frisch nimmt bei-des für gut an. Siehe Irisch Wörter». Sn'te6s.

229. Zic-