Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Last, Bürde,

2Z4. L-ast. Bürde.

an zeiget mit diesen Wettern etwas schweres an, wasjemandenzu tragen auferlegt wird, nuristdie Last,nicht so schwer als die Bürde. Man nennet daher bis.weilen eins Last, dasjenige, was man ordentlicher Weisetragen kann. Die Last, welche ein Mann den ganzenTag über tragen soll , muß sich nicht über vierzig Pfunderstrecken, sonst wird es ihm Zu sauer, und er kann esnicht aushalten. Man nennet eines Kameels Käst, soviel als ein Kamee! tragen kann.

Hingegen nennet man Bürde, dasjenige, was ei-nem Menschen auferlegt wird, und was er tragen muß,und das Wort Bürde 7 führet allezeit den Begrif einerBeschwerlichkeit mit sich. Eine Last kann man biöwei,len tragen, ohne viel Mühe und Kräfte anzuwenden.Man kann z. E. sagen: Dieser Mann ist so stark, daßer die Last, welche der andere nicht heben konnte, ohneMühe auf seine Schultern warf, und damit so hurtigfort lief, als ob er nichts trüge. Eine Bürde ist allemalschwer, und wenn man von jemand sagt: Er traget eineBürde, oder er muß diese Bürde tragen, so ist allemalder Begrif damit verknüpfet, daß sie ihm zu tragen schwerund sauer wird. Eine Bürde zu tragen, erfodert alleMühe und Kräfte des Menschen.

Last, scheinet auch mehr eine Beziehung, auf dieSchwere der Sache selbst zu haben. Bürde, mehrauf die Beschwerlichkeit, welche derjenige empfindet, dersie trägt. So sagt man: Du kannst die Last nicht tra-gen, in Absicht auf die Sache selbst, welche zu schwer ist.Diese Sache wird mir endlich zur Bürde, das heißt, ichfühle, daß sie mir beschwerlich und sauer wird. DaSje.nige, was einen starken Mann nur eine ordentliche Lastist, wird dem schwächeren schon zu einer Bürde.

Auch dieses kann man als einen Unterschied, zwischenden Wörtern Last und Bürde bemerken; Daß mit dem

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